Anleitung, Rezepte und Tipps für Acrylbinder 

In einfachen Worten erklärt ist Acrylbinder eine Acrylfarbe, die keine Farbpigmente enthält. Acrylbinder setzt sich aus den Bestandteilen Reinacrylat und Wasser zusammen und wird in erster Linie als Bindemittel in Acrylfarben verwendet.

Allerdings wird Acrylbinder nicht nur bei der Herstellung von Farben verwendet, sondern eignet sich auch als Hilfs- und Malmittel bei der Acrylmalerei.

So kann er beispielsweise als Grundiermittel, als Zwischenfirnis oder als Klebstoff bei Collagen verwendet oder mit Acrylfarben vermischt werden, wenn mit lasierenden Techniken gemalt werden soll.   

Hier nun eine Anleitung, Rezepte sowie alle wichtigen Infos und Tipps
rund um den Acrylbinder in der Übersicht:

 

Was ist Acrylbinder genau?

Acrylbinder wird auch als Acrylbindemittel, als Reinacrylatdispersion, als Acrylharzdispersion oder als Acrylatharzdispersion bezeichnet. Reinacrylatdispersionen sind Dispersionen, die besonders hochwertige Kunstharze beinhalten, die Acrylharze genannt werden. Aus chemischer Sicht handelt es sich dabei um die sogenannten Polymethylmethacrylate und deren Derivate.

Kunstharze kennzeichnen sich durch eine hohe Transparenz und Alterungsbeständigkeit. Acrylbinder sind Flüssigkeiten, die dickflüssig sind und milchigweiß aussehen. Die milchigweiße Farbe entsteht durch die Reflexion und Streuung des Lichts an den Grenzenflächen zwischen den Kunststoffteilchen und dem Wasser.

Wenn der aufgetragene Acrylbinder, allein oder als Bestandteil von Acrylfarben, trocknet, verdunstet das Wasser allmählich und die Kunststoffteilchen verbinden sich zu einem dichten, stabilen und elastischen Film, der in trockenem Zustand transparent ist. 

 

Welche Vorteile bietet der Acrylbinder?

Ein Vorteil von Kunstharzdispersionen besteht darin, dass sie zwar beliebig mit Wasser verdünnt werden können, aber nach dem Trocknen wasserunlöslich sind. Die Konsistenz des Acrylbinders und von Acrylfarben kann aber nicht nur mithilfe von Wasser verdünnt werden, sondern durch die Zugabe von Verdickungsmitteln kann auch eine feste, pastenartige Konsistenz erreicht werden. In dünnflüssigem Zustand eignen sich Acrylfarben vor allem für lasierende Farbaufträge, in verdicktem Zustand in erster Linie für einen pastosen Farbauftrag mit sichtbar bleibenden Strukturen.

Das Verhältnis von Farbpigmenten und Acrylbinder bestimmt darüber, wie elastisch die getrocknete Farbschicht ist und wie ihre Oberfläche aussieht. Je geringer der Anteil an Acrylbinder ist, desto matter und spröder ist die Oberfläche, je höher der Anteil des Bindemittels ist, desto elastischer und glänzender sind die Farbschichten.

Zu den weiteren Vorteilen des Acrylbinders gehört, dass die aufgetragenen Farbschichten nach dem Trocknen problemlos übermalt werden können, ohne dass die unteren Farbschichten angelöst werden. Regeln, wie etwa die Malregel in der Ölmalerei, dass stets fett auf mager gemalt werden muss, gelten für die Acrylmalerei nicht.

Acrylfarben und Acrylbinder trocknen glasklar auf und neigen nicht zum Vergilben. Zudem ist die Dosierung nicht ganz so streng. Acrylfarben neigen nicht zu Riss- oder Runzelbildung, auch wenn der Anteil an Acrylbinder mal etwas höher oder etwas geringer ausfällt. Selbst wenn versehentlich zu viel Acrylbinder in der Farbe landet, kann die Farbe problemlos verwendet werden, auch wenn die Oberfläche der Farbschicht dann nicht mehr nur seidig, sondern stark glänzt. 

 

Wofür kann Acrylbinder verwendet werden?

Acrylbinder wird in erster Linie als Bindemittel in Acrylfarben verwendet.

Aber auch als Mal- und Hilfsmittel ist er in der Acrylmalerei vielseitig einsetzbar:

 

·         Acrylbinder kann als Grundiermittel verwendet werden.

Da Acrylbinder elastisch ist und dafür sorgt, dass sich die Farbschichten optimal mit dem Bildträger verkleben, ist er ideal zum Grundieren von unbehandelten Leinwänden geeignet. Der Acrylbinder wird dazu mit etwas Wasser vermischt und in mehreren dünnen Schichten aufgetragen.

 

·         Acrylbinder eignet sich hervorragend als Zwischenfirnis.

Beim Malen kann es passieren, dass die Grundierung die Acrylfarben nicht optimal bindet, die Farben zu schwach eingestellt sind oder die Farben so sehr verdünnt wurden, dass sich die Farbpigmente nach dem Trocknen abwischen lassen. In diesem Fall kann Acrylbinder als Zwischenfirnis aufgetragen werden, denn er bewirkt, dass sich die losen Farbteilchen mit dem Malgrund verbinden. Da Acrylbinder eine leicht klebrige Oberfläche hat, eignet er sich als Schlussfirnis jedoch nicht.

 

·         Acrylbinder kann als Hilfsmittel bei Lasuren verwendet werden.

Um zu verhindern, dass sich stark verdünnte Acrylfarben, die lasierend aufgetragen werden sollen, nicht richtig mit dem Malgrund verbinden, kann den Farben etwas Acrylbinder beigemischt werden.

 

·         Acrylbinder ist ein idealer Klebstoff für Collagen.

Wenn Collagen angefertigt werden sollen, kann Acrylbinder als Klebstoff verwendet werden, um beispielsweise Sand, Steine, Äste, Stoffstücke, Papierfetzen, Muscheln und andere Objekte auf dem Malgrund zu befestigen. 

 

Rezepte für Acrylfarben mit Acrylbinder

Es gibt unterschiedliche Rezepte für Acrylfarben. Das genaue Mischungsverhältnis hängt dabei zum einen vom verwendeten Acrylbinder ab, zum anderen aber auch davon, wie die Oberfläche der Farben nach dem Trocknen sein soll und für welche Maltechnik die Farben gedacht sind.

Für Acrylfarben in normaler Konsistenz lautet ein einfaches Grundrezept, dass ein Teil Acrylbinder mit zwei Teilen Farbbrei, der aus Wasser und Farbpigmenten besteht, vermischt wird. Alternativ dazu können auch ein Teil Acrylbinder, ein Teil Wasser und zwei Teile Farbpigment miteinander angerührt werden.

Für Acrylfarben mit eher dünnflüssiger Konsistenz für beispielsweise Lasuren wird ein Teil Acrylbinder mit drei Teilen Wasser verrührt. Anschließend wird soviel Farbbrei hinzugefügt, bis die Farbe die gewünschte Farbintensität erreicht hat.

Weiterführende Anleitungen und Tipps für Acrylbilder und Acrylfarben:

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