Mit Acrylfarben auf Papier malen – Infos und Tipps

Mit Acrylfarben auf Papier malen – Infos und Tipps

Die Acrylmalerei lässt dem Künstler viel Spielraum für seine kreativen Ideen. Denn mit Acrylfarben lassen sich die verschiedensten Maltechniken umsetzen. Dabei sind die Farben unkompliziert in der Anwendung, verzeihen durchaus Fehler und lassen sich gut auch mit vielen anderen Farbarten kombinieren.

Mit Acrylfarben auf Papier malen

Außerdem stellen Acrylfarben keine großen Ansprüche an den Malgrund. Sie können auf nahezu alle Oberflächen aufgetragen werden, auf Stoff, Holz oder Pappe also genauso wie auf Gips, Keramik, Glas, Metall oder Kunststoff.

Und prinzipiell kann der Künstler auch Papier als Malgrund für seine Acrylbilder verwenden. Allerdings muss er dabei ein paar Dinge beachten. Denn Papier ist nicht unbedingt die beste Wahl für die Acrylmalerei.

Wir haben in diesem Beitrag Infos und Tipps zusammengestellt, wie der Künstler mit Acrylfarben auf Papier malen kann:

Papier wellt sich

Herkömmliches Papier eignet sich nur bedingt für die Acrylmalerei. Denn weil Papier nicht sehr stabil ist, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es sich unschön wellt. Dabei gibt es zwei Ursachen, die daran schuld sind, dass sich das Papier wellt und verzieht:

  • Wenn Acrylfarben trocknen, verflüchtigt sich das in ihnen enthaltene Wasser. Die Farben ziehen sich in sich zusammen und ihr Volumen wird kleiner. Als die Farben noch feucht und flüssig waren, hatten sie sich mit dem Untergrund verbunden. Weil sich nun beim Trocknen das Volumen verkleinert, entsteht eine hohe Spannung. Im Fachjargon wird von Adhäsionskräften gesprochen. Die Adhäsionskräfte führen unter anderem dazu, dass sich die Farboberfläche glättet und einzelne Pinselstriche kaum noch zu erkennen sind. Und sie bewirken, dass Wellen und Beulen entstehen. Das ist übrigens nicht nur auf Papier so, sondern kann bei sehr dicken Farbschichten auch auf Leinwand passieren.
  • Wenn Papier feucht wird, nimmt es das Wasser auf und dehnt sich. Beim Trocknen zieht sich das Papier dann zwar wieder zusammen. Allerdings kehrt es nicht mehr in seine glatte, ebene Form zurück. Stattdessen entsteht eine wellige Fläche.

Generell neigt ein Papier umso mehr dazu, sich zu wellen und zu verziehen, je dünner es ist. Umgekehrt wellt sich ein Papier umso weniger, je schwerer es ist. Für Acrylbilder bietet es sich deshalb generell an, lieber dickeres Papier zu verwenden. Mindestens 200 Gramm pro Quadratmeter dürfen es ruhig sein.

Spezielles Papier für die Acrylmalerei

Im Künstlerbedarf sind spezielle Papiere erhältlich, die eigens für die Acrylmalerei entwickelt wurden. Es gibt sie als einzelne Papierbögen und in Form von Malblöcken. Das Besondere an den Papieren ist, dass sie säurefrei sind und die Acrylfarben gut aufnehmen, ohne dass die Farben auf die Rückseite durchschlagen oder sich die Papiere verziehen.

Je nach Hersteller haben die Acrylmalpapiere unterschiedliche Oberflächen. So weisen sie mal eine etwas gröbere Körnung auf, die an eine Leinwand erinnert. Andere Papiere haben eine Leinenprägung oder sind mit einer dünnen, filzähnlichen Schicht überzogen.

Es gibt Papiere, die gut mit pastosen Farbschichten zurechtkommen, während andere Papiere für die Nass-in-nass-Technik optimiert sind. Der Künstler sollte also durchaus ein Malpapier finden, das seinem Geschmack entspricht und gut zur geplanten Maltechnik passt. Der Nachteil an den Spezialpapieren ist nur, dass sie nicht ganz billig sind.

Papier für Acrylbilder aufspannen

Der Künstler muss aber gar nicht unbedingt zu einem speziellen Papier für die Acrylmalerei greifen. Stattdessen kann er auch ein kostengünstiges Aquarellpapier verwenden. Dieses Papier kann er für die Acrylmalerei vorbereiten, indem er es aufspannt. Dafür braucht er folgende Materialien:

  • Papier für die Aquarellmalerei
  • Nassklebeband (aus dem Aquarellmalerei-Zubehör) oder Malerkrepp
  • Holzplatte, etwa 1 cm stark; optimal ist eine Spanholzplatte, die mit Bootslack gestrichen ist, alternativ eignet sich auch eine MDF-Platte gut
  • lauwarmes Wasser und Schwamm, Tuch oder Pinsel

Zuerst wird das Papier gleichmäßig befeuchtet. Bei einem kleinen Papierformat geht das mit einem Pinsel gut. Bei einem großformatigen Papier ist ein Schwamm oder Tuch besser geeignet. Wenn das Papier auf beiden Seiten gleichmäßig durchfeuchtet ist, wird es gerade und flach auf die Holzplatte gelegt.

Anschließend wird das Papier mit Klebeband fixiert. Wichtig dabei ist, dass der Künstler das Papier wirklich sicher festklebt. Im Zweifel sollte er deshalb lieber einen breiteren Kleberand arbeiten und mit dem Klebeband nicht sparen.

Das Nassklebeband sollte er außerdem nicht zu stark anfeuchten. Denn durch das feuchte Papier verliert das Band sonst seine Klebekraft. Nassklebeband hat den Vorteil, dass es sich nach dem Malen problemlos ablösen lässt. Arbeitet der Künstler hingegen mit Malerkrepp, muss er sein Bild später herausschneiden.

Durch die Feuchtigkeit dehnt sich das Papier aus. Weil das Klebeband das Papier aber so fixiert, wie es jetzt ist, bleibt eine leichte Spannung erhalten und das Papier wellt sich auch nach dem Trocknen nicht.

Der Künstler kann das Papier jetzt erst einmal trocknen lassen. Mit dem Haarföhn kann er das Trocknen auch etwas beschleunigen. Danach kann der Künstler sein Acrylbild wie gewünscht malen. Möchte er nass in nass arbeiten, kann er natürlich auch gleich loslegen.

Ist das Bild fertig und trocken, wird es von der Holzplatte abgenommen. Nassklebeband lässt sich dabei einfach abziehen. Bei Malerkrepp wird der Künstler das Bild mittels Lineal und Teppichmesser von der Holzplatte ablösen müssen. Jedenfalls sollte das Papier nun glatt und wellenfrei sein.

Übrigens:

Das Aufspannen eignet sich auch, um ein gewelltes Papier wieder glatt zu bekommen. Dafür feuchtet der Künstler sein Bild auf der Rückseite etwas an und spannt es auf die Holzplatte auf. So sollte sich das Papier nach dem Trocknen wieder glätten.

Mehr Anleitungen, Tipps, Ratgeber und Vorlagen:

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Inhaber bei Artdefects Media Verlag
Hier schreiben die beiden Künstler und Maler RZA & Feryal (Christian Gülcan & Ferya Gülcan). Beide Baujahr 1974, mit teilweise unterschiedlichen Einstieg (Grafitti, Zeichnen & Design) in die Acrylmalerei. Wir sind Markeninhaber der Kunstschmiede kooZal und malen hauptsächlich moderne und abstrakte Acrylbilder im Großformat. Unser eigenes Studio bzw. Atelier befindet sich in Bremen.
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Hier schreiben die beiden Künstler und Maler RZA & Feryal (Christian Gülcan & Ferya Gülcan). Beide Baujahr 1974, mit teilweise unterschiedlichen Einstieg (Grafitti, Zeichnen & Design) in die Acrylmalerei. Wir sind Markeninhaber der Kunstschmiede kooZal und malen hauptsächlich moderne und abstrakte Acrylbilder im Großformat. Unser eigenes Studio bzw. Atelier befindet sich in Bremen.

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