Malanleitung für eine Winterlandschaft

Malanleitung für eine Winterlandschaft

Der Frühling steht schon in den Startlöchern. Doch manch einer ist ein bisschen traurig, dass romantische Spaziergänge durch winterliche Schneelandschaften, lustige Schneeballschlachten und auch das Schlitten- und Skifahren etwas zu kurz gekommen sind. Aber das macht nichts – dann halten wir den Winter eben auf Leinwand fest!

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Malanleitung für eine Winterlandschaft

Die Materialien für das Winterbild

  • Leinwand im gewünschten Format

  • Acrylfarben in Weiß, Gelb, Blau und Rot

  • Flachpinsel mit Synthetikborsten in den Größen 6, 20 und 30

  • Borstenpinsel in den Stärken 6 und 16

  • Schwertpinsel in Größe 8

  • sehr dünner Schlepperpinsel

  • Aquarellstift in Blau

  • Behälter, am besten mit Deckel, für die gemischten Farben

  • Wasserbehälter und Küchenpapier

Als Behältnis zum Mischen der Farben eignet sich eine große und flache Aufbewahrungsdose aus Kunststoff, die eigentlich für Lebensmittel gedacht ist, sehr gut.

Die Vorratsbox dient dann zugleich als Malpalette. Da sie einen Deckel hat, trocknen die Farben bei Malpausen nicht so schnell aus. Zwischendurch können die Acrylfarben mit etwas Wasser aus der Sprühflasche feucht gehalten werden.

Die Farben für das winterliche Acrylbild

Für die ganze Winterlandschaft werden nur vier Acrylfarben benötigt. Aus diesen vier Farben werden dann alle Farbtöne für das Bild selbst angemischt. Insgesamt kommen auf diese Weise elf verschiedene Farbtöne zusammen. Eine Farbe davon ist Weiß, das pur verwendet wird.

Die übrigen Farben werden wie folgt gemischt:

  1. Himmelblau: 7 Teile Weiß, 2 Teile Blau, 1 Teil Gelb und ein ganz kleiner Spritzer Rot

  2. Blaugrau: 6 Teile Weiß, 2,5 Teile Blau, 1 Teil Gelb und etwas Rot

  3. Mittelgrau: 4 Teile Weiß, 3 Teile Bau, 2 Teile Gelb und 1 Teil Rot

  4. Dunkelgrau: je 3 Teile Gelb und Blau sowie je 2 Teile Weiß und Rot

  5. helle Hautfarbe: 9 Teile Weiß, ganz wenig Gelb, noch weniger Rot und ein minimaler Spritzer Blau

  6. dunkle Hautfarbe: 8 Teile Weiß, 1 Teil Gelb, etwas Rot und ganz wenig Blau

  7. Hellgelb: 9 Teile Weiß, 1 Teil Gelb und je ein ganz kleiner Spritzer Rot und Blau

  8. Rotbraun: 5 Teile Gelb, 3 Teile Rot, 2 Teile Blau

  9. Dunkelbraun: Gelb, Rot und Blau zu gleichen Teilen

  10. Dunkelblau: 4 Teile Blau sowie je 3 Teile Gelb und Rot

Die Malanleitung für eine Winterlandschaft in Acryl

Sind die Farben angemischt und liegen auch die Pinsel bereit, kann das Malen beginnen. Dafür wird zunächst mit dem Aquarellstift die Horizontlinie gezeichnet.

Sie teilt den Malgrund in ungefähr zwei Drittel Himmel und ein Drittel Erde auf. Allerdings muss die Horizontlinie nicht ganz gerade verlaufen. Sie kann ruhig etwas schief sein oder kleinere Bögen machen.

Der Himmel

Nun wird als erstes der Himmel gestaltet. Dafür wird mit dem 30er Flachpinsel etwas von der himmelblauen Farbe aufgenommen und in langen, leicht schrägen Querstrichen deckend im oberen Viertel des Himmels aufgetragen.

Ohne den Pinsel auszuwaschen, wird in die gleiche Fläche anschließend mit blaugrauer Farbe gemalt.

Danach wird bis etwa zur Hälfte des Himmels mit weißer Farbe weitergemalt, wieder ohne den Pinsel auszuwaschen. Vor allem dort, wo die blauen Farben und das Weiß aufeinandertreffen, werden die Farben mit kurzen Pinselstrichen in verschiedenen Richtungen ineinander gezogen. Auf diese Weise entsteht ein fließender Übergang.

Gleichzeitig verfärbt sich die weiße Fläche ungleichmäßig in ein sehr helles Blau.

In der unteren Hälfte vom Himmel wird erst ein Streifen in Hellgelb gemalt. Darunter folgen Flächen in der hellen und danach in der dunkleren Hautfarbe.

Auch hier wird der Pinsel zwischendurch nicht ausgewaschen und die Farben werden für einen fließenden Farbverlauf ineinandergezogen.

Die Erde

Das untere Drittel des Bildes, auf dem die Schneelandschaft entsteht, wird deckend in Dunkelblau grundiert. Die Untermalung schimmert später stellenweise leicht durch und lässt die Schneedecke dadurch realistischer wirken.

Die dunkelblaue Grundierung und der Himmel müssen nun erst einmal trocknen.

Ein kleiner Tannenwald

Um dem Motiv Tiefe zu verleihen, wird ein kleiner Wald gestaltet. Dazu werden am rechten und linken Bildrand direkt an der Horizontlinie mit dem kleinen Borstenpinsel in dunkelblauer Farbe Tannen aufgetupft. In der Bildmitte kann der Übergang zwischen Himmel und Erde frei bleiben.

Wenn die Farbe leicht angetrocknet ist, werden mit demselben Pinsel Tupfen in Himmelblau, Hellgelb und der hellen Hautfarbe auf die Tannen gesetzt. Auf diese Weise ist der Wald wie mit einer Schneedecke überzogen.

Der Schnee

Die Schneedecke auf der Erde wird mit dem 20er Flachpinsel gemalt. Dabei werden längere und kürzere Querstriche in Weiß, Himmelblau, Blaugrau, Hellgelb und den beiden Hautfarben auf die dunkelblau grundierte Fläche gesetzt.

Wichtig hier ist, die Farben locker aus dem Handgelenk aufzutragen und fließend ineinander übergehen zu lassen.

Auf diese Weise werden mehrere Farbschichten übereinander gestapelt, bis eine harmonisch geschlossene Schneedecke entstanden ist. Unterhalb der Tannen wird zum Schluss noch etwas himmelblaue und blaugraue Farbe aufgetragen. So spiegelt sich der Schatten des Waldes auf der Schneedecke wider.

Ein Baum

Nun wird die Winterlandschaft noch um einen großen Baum ergänzt. Er kann im rechten oder linken Bilddrittel positioniert werden. Damit die Proportionen harmonisch wirken, sollte der Baum ungefähr auf halber Höhe der Schneedecke beginnen und bis in die blauen Bereiche des Himmels hineinragen.

Bei einer Winterlandschaft reicht ein Baumstamm mit nackten Ästen aber aus.

Wer sich nicht zutraut, den Baum frei Hand mit dem Pinsel zu malen, kann ihn zunächst mit dem Aquarellstift skizzieren. Anschließend wird der Baumstamm mit dem kleinen Flachpinsel in Dunkelblau und Dunkelbraun angelegt.

Dicke Äste werden mit dem Schwertpinsel gemalt, dünne Äste können mit dem Schlepperpinsel ergänzt werden.

Ist die erste Farbschicht trocken, werden auf den Baumstamm und die dicken Äste mit dem Schwert- und dem Schlepperpinsel kurze Längsstriche in den beiden Hautfarben, Hellgelb und Rotbraun gesetzt. Dadurch bekommt der Baum eine lebendige Struktur.

Je nachdem, von welcher Seite das Licht einfallen soll, kann die gegenüberliegende Seite des Baumstamms dann noch mit ein paar kurzen Strichen in Dunkelbraun ausgearbeitet werden.

Da ein Baum Schatten wirft, wird der Schatten in Blaugrau, Mittelgrau und Dunkelgrau ergänzt. Dazu am besten die Farben mit dem kleinen Borstenpinsel locker auftupfen. Denn der Schatten sollte keine gleichmäßige, in sich geschlossene Farbfläche sein.

Außerdem darauf achten, dass die Schattenform den Stamm und die Äste ungefähr spiegelt. Hat der Schatten eine ganze andere Form als der Baum, passen die beiden Elemente optisch nicht zusammen.

Die Ausarbeitung

Wer mag, kann das Bild jetzt noch weiter ausarbeiten. Möglich ist zum Beispiel, Fußspuren in den Schnee zu setzen oder weitere Elemente wie einen Schneemann oder Tiere hinzuzufügen.

Genauso gut kann die Winterlandschaft aber auch so schlicht und ruhig bleiben, wie sie ist. Sind hier und da eventuell noch ein paar Lichtpunkte oder Schatten gesetzt, ist das winterliche Acrylbild fertig!

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Hier schreiben die beiden Künstler und Maler RZA & Feryal (Christian Gülcan & Ferya Gülcan). Beide Baujahr 1974, mit teilweise unterschiedlichen Einstieg (Grafitti, Zeichnen & Design) in die Acrylmalerei. Wir sind Markeninhaber der Kunstschmiede kooZal und malen hauptsächlich moderne und abstrakte Acrylbilder im Großformat. Unser eigenes Studio bzw. Atelier befindet sich in Bremen.

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