Anleitung für ein Acrylbild mit geschabten Farben

Anleitung für ein Acrylbild mit geschabten Farben

Ein großer Pluspunkt von Acrylfarben ist, dass sie die verschiedensten Techniken mitmachen. Anstelle des Pinsels können unterschiedlichste Werkzeuge zum Einsatz kommen, um die Farben auf den Malgrund zu bringen. Auch was den Malgrund angeht, stellen Acrylfarben kaum Ansprüche.

Anleitung für ein Acrylbild mit geschabten Farben

Außerdem können die Farben verdünnt, gemischt und mit anderen Materialien angereichert werden. Auf diese Weise wird es möglich, Lasuren anzulegen, Strukturen zu erzeugen oder Collagen zu gestalten.

Und wenn etwas mal nicht so klappt wie gedacht, können Acrylfarben einfach übermalt werden.

In dieser Anleitung stellen wir eine experimentelle Maltechnik vor. Sie basiert auf dem Schaben von Acrylfarben. Dadurch entstehen abstrakte Bilder, die für sich wirken oder als Grundlage für andere Motive dienen können.

Die Technik selbst ist kinderleicht umzusetzen und geht sehr schnell. Die Herausforderung besteht darin, ausdrucksstarke Farbkombinationen zusammenzustellen und den richtigen Moment zum Aufhören zu finden.

Aber schauen wir uns die Technik in Ruhe an!:

Die Materialien für ein Acrylbild mit geschabten Farben

  • Acrylfarben in mehreren Farbtönen

  • Malgrund

  • Lineal, Geodreieck, Plastikkarte oder ähnlicher Gegenstand zum Schaben der Farben

Als Malgrund kann zwar Leinwand zum Einsatz kommen. Um die Maltechnik ausprobieren, ist es aber vielleicht sinnvoller, zunächst zu einem Malpapier oder einem Malkarton zu greifen.

Wenn der Hobby-Künstler dann ein Gefühl für die Technik entwickelt hat und weiß, in welche Richtung es gehen soll, kann er immer noch auf die teurere Leinwand umsteigen.

Die Anleitung für ein Acrylbild mit geschabten Farben

Die vorgestellte Technik ist optimal für alle Hobby-Künstler, die gerne experimentieren und Spaß daran haben, zu beobachten, wie sich durch Farben und Strukturen spontan ausdrucksstarke Effekte entwickeln.

Die Acrylfarben schaben

Für das Bild trägt der Hobby-Künstler an verschiedenen Stellen Acrylfarbe auf den Malgrund auf. Dabei kann er die Farbe direkt aus der Tube oder Flasche in kleineren Punkten, größeren Klecksen und waagerechten, senkrechten oder diagonalen Linien auf dem Malgrund verteilen.

Die Abstände zwischen den einzelnen Farbklecksen können ruhig recht groß sein. Denn die Farben verbinden sich gleich miteinander. Wichtig wäre nur, beim Farbauftrag nicht zu sparsam zu sein. Sonst werden die Farbschichten zu dünn.

Was die Farbkombinationen angeht, sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Verwendet der Hobby-Künstler Farben mit starken Kontrasten, zum Beispiel Gelb, Rot und Grün, ergibt sich ein farbintensives Bild.

Kombiniert er hingegen zwei Grautöne und Schwarz miteinander, wirkt das Bild ruhiger und das Muster steht stärker im Vordergrund. Hier kann der Hobby-Künstler aber ganz gezielt Akzente setzen, indem er kleine Farbtupfer in einer Farbe wie Rot oder Orange auf den Malgrund gibt.

Sind die Farben aufgetragen, setzt der Hobby-Künstler sein Werkzeug am Rand auf. Je nach Größe des Malgrunds kann es sich bei dem Werkzeug um ein Lineal, ein Geodreieck, eine alte Bankkarte, eine dünne Holzleiste oder einen ähnlichen Gegenstand handeln.

Dann zieht der Hobby-Künstler sein Werkzeug über den Malgrund. Dadurch entstehen Farbfelder und die aufgetragenen Farben schließen sich zu Flächen und Mustern zusammen.

Die Effekte entstehen zwar größtenteils spontan. Trotzdem kann der Hobby-Künstler die Muster ein bisschen mitbestimmen, indem er sein Werkzeug zum Beispiel mal mit mehr und mal mit weniger Druck über den Malgrund zieht. Außerdem kann er senkrecht, waagerecht und diagonal über den Malgrund schaben.

Setzt er das Werkzeug zwischendurch ab, entstehen Kanten. Haftet genug Acrylfarbe am Werkzeug, kann der Hobby-Künstler es auch an einer anderen Stelle frisch ansetzen und über den Malgrund ziehen.

Tipp:

Das Schaben klappt mit eher dickflüssigen Farben besser als mit verdünnten. Deshalb kann der Hobby-Künstler die Acrylfarben direkt aus der Tube oder Flasche auf den Malgrund geben.

Für diese Technik kann er aber genauso gut kleinere Farbreste oder ältere Acrylfarben verarbeiten, die sich zum Malen mit dem Pinsel nicht mehr unbedingt eignen.

Weitere Schichten gestalten

Ist der Hobby-Künstler mit seinem Muster noch nicht ganz zufrieden, kann er weitere Farbschichten aufbringen. Wichtig dabei ist aber, dass die vorherige Farbschicht gut durchgetrocknet ist. Würde der Hobby-Künstler frische Farbe auf noch feuchte Schichten auftragen, würden sich die Farben alle miteinander vermischen.

Die nächste Schicht legt der Hobby-Künstler genauso an wie zuvor. Er verteilt also an verschiedenen Stellen Acrylfarben und zieht sie mit seinem Werkzeug über den Malgrund.

Das wiederholt der Hobby-Künstler so oft, bis ihm das Ergebnis gefällt. Durch Schaben der Acrylfarben Effekte auf den Malgrund zu zaubern, macht sehr viel Spaß.

Und es ist erstaunlich, wie schnell und einfach herrliche Muster entstehen. Tatsächlich ist die große Kunst dann, im richtigen Moment aufzuhören.

In vielen Fällen wird das Acrylbild ein tolles, abstraktes Kunstwerk sein. Der Hobby-Künstler kann es für sich alleine wirken lassen oder eine Bilderserie anfertigen, bei der er verschiedene Effekte mit den gleichen Farben kreiert. Aber natürlich kann er das bunte Werk auch als Hintergrund für ein bildliches Motiv oder eine Collage nehmen.

Beispiele:

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Inhaber bei Artdefects Media Verlag
Hier schreiben die beiden Künstler und Maler RZA & Feryal (Christian Gülcan & Ferya Gülcan). Beide Baujahr 1974, mit teilweise unterschiedlichen Einstieg (Grafitti, Zeichnen & Design) in die Acrylmalerei. Wir sind Markeninhaber der Kunstschmiede kooZal und malen hauptsächlich moderne und abstrakte Acrylbilder im Großformat. Unser eigenes Studio bzw. Atelier befindet sich in Bremen.
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