Mallehrer werden – die wichtigsten Fragen in der Übersicht, Teil 3

Mallehrer werden – die wichtigsten Fragen in der Übersicht, Teil 3

Wer die Malerei nicht nur als Hobby betreiben, sondern auch Geld damit verdienen möchte, hat mehrere Möglichkeiten. So kann er Bilder als Auftragsarbeiten malen oder seine eigenen Werke als Künstler verkaufen. Eine andere Idee ist, Malunterricht zu geben. In einer ausführlichen Übersicht klären wir die wichtigsten Fragen rund um die Tätigkeit als Mallehrer.

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Mallehrer werden - die wichtigsten Fragen in der Übersicht, Teil 3

Dabei haben wir in den beiden vorhergehenden Teilen beantwortet, welche Ausbildungen und Abschlüsse notwendig sind, wo ein Mallehrer arbeiten kann und wie er Schüler findet.

Im letzten Teil 3 schauen wir uns an, woran der Mallehrer denken sollte, wenn er privat unterrichten will:

Wie kann der Mallehrer privaten Malunterricht organisieren?

Hat sich der Maler dazu entschieden, Privatunterricht zu geben, muss er einige Dinge vorbereiten und entscheiden, bevor er loslegen kann. Die wichtigsten Aspekte dabei sind, welche Art von Unterricht es werden soll und welche Inhalte der Mallehrer vermitteln möchte. Außerdem muss er einen Preis festlegen und an die Bürokratie denken.

Die Art des Malunterrichts

Zunächst einmal muss der Mallehrer entscheiden, wo und wie er unterrichten will. Denn privater Malunterricht kann verschiedene Formen haben.

Eine Möglichkeit ist, dass der Mallehrer Einzelunterricht bei sich daheim gibt. Der Vorteil dabei ist, dass Farben, Pinsel, Leinwände und andere Materialien für den Unterricht ohnehin schon vorhanden sein werden.

So kann der Mallehrer den Unterricht direkt vorbereiten und muss seine Ausstattung nicht transportieren. Auch die Miete für externe Unterrichtsräume fällt weg. Und weil der Mallehrer in seinem Atelier sicher einige eigene Arbeiten haben wird, kann das Ambiente die Schüler zusätzlich inspirieren. Genauso ist aber natürlich möglich, dass der Mallehrer seine Schüler in deren Zuhause unterrichtet.

Die Alternative zu Einzelunterricht sind Gruppenkurse. Unterrichtet der Mallehrer mehrere Schüler gleichzeitig, sind seine Einnahmen höher. Außerdem können sich die Schüler untereinander austauschen und voneinander lernen.

Allerdings ist für einen Gruppenkurs entsprechend viel Platz notwendig.

Nicht jeder Schüler möchte regelmäßigen Unterricht besuchen. Deshalb kann der Mallehrer auch Workshops, Intensivkurse am Wochenende oder Ferienkurse anbieten.

Meist behandeln solche Kurse ein ganz bestimmtes Thema, zum Beispiel das Malen mit Acrylfarben, einzelne Techniken der Acrylmalerei oder gewisse Motive wie Landschaften, Stillleben oder Porträts.

Ein anderer Ansatz ist, dass der Mallehrer seinen Unterricht in den virtuellen Raum verlegt. Onlinekurse mit Videos und Chats werden immer beliebter. Ein Pluspunkt dabei ist die große Reichweite.

Unterrichtet der Mallehrer online, muss er sich nicht auf Schüler in der näheren Umgebung beschränken, sondern kann theoretisch Schüler weltweit anleiten. Allerdings kann es etwas schwieriger sein, bestimmte Techniken oder Feinheiten zu vermitteln.

Die Inhalte des Malunterrichts

Hat sich der Mallehrer auf eine Unterrichtsform festgelegt und erste Schüler gefunden, wird es Zeit, den Unterricht zu strukturieren. Dazu gehört zunächst, das Niveau der Schüler zu ermitteln. Denn nur wenn der Mallehrer weiß, wo seine Schüler stehen, kann er entsprechend ansetzen.

Ein Schüler, der gar keine Erfahrung hat, braucht schließlich eine andere Anleitung als ein Schüler, der bereits seit vielen Jahren malt und an seinen Techniken feilen möchte. Um die Kenntnisse einzuschätzen, kann der Mallehrer zum Beispiel darum bitten, ihm Bilder zu zeigen.

Der Malunterricht selbst sollte den Schülern zu stetigen Fortschritten verhelfen. Deshalb sollte der Mallehrer mit Grundlagen beginnen und dann allmählich ins Detail gehen. Gleichzeitig sollten Inhalte und Techniken von vergangenen Stunden regelmäßig aufgegriffen werden.

So kann der Mallehrer sicherstellen, dass sich das Wissen verfestigt. Auch kleine Hausaufgaben sind ein probates Mittel, um die Schüler dazu anzuregen, zu üben und kreativ zu werden.

Praxis ist in der Malerei der beste Weg, um zu lernen und immer besser zu werden. Trotzdem sollte auch die Theorie nicht zu kurz kommen.

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Die Farbenlehre, Bildanalysen oder die verschiedenen Stile im Verlauf der Kunstgeschichte helfen den Schülern dabei, ihren Blick zu schärfen und ein Gespür für Malerei zu entwickeln. Das kommt ihnen auch beim Aufbau eigener Bilder zugute.

Der Preis

Wer als Mallehrer arbeitet, möchte damit natürlich auch Geld verdienen oder sich zumindest ein Nebeneinkommen sichern. Allerdings ist es gar nicht so einfach, einen angemessenen Preis zu bestimmen.

Denn auf der einen Seite darf der Kurs nicht so teuer werden, dass er für Hobby-Künstler nicht mehr attraktiv ist. Auf der anderen Seite möchte sich der Mallehrer nicht unter Wert verkaufen.

Um die Kosten zu ermitteln, sollte der Mallehrer mehrere Kriterien berücksichtigen:

  • Wie viel Erfahrung hat er als Künstler und als Lehrer? Ein Abiturient mit Kunst als Leistungskurs muss seinen Preis niedriger ansetzen als ein professioneller Künstler, der schon seit Jahren unterrichtet.

  • Wie findet der Unterricht statt? Einzelunterricht über einen langen Zeitraum kann der Mallehrer anders abrechnen als einen kurzen Workshop in der Gruppe oder einen Onlinekurs per Webcam.

  • Welche Materialien sind notwendig? Stellt der Mallehrer seinen Schülern Farben, Leinwände, Pinsel und andere Materialien zur Verfügung, kann er seine Auslagen in den Preis einrechnen.

  • Was verlangt die Konkurrenz? Je nach Region können die Preise sehr unterschiedlich sein. Der Mallehrer sollte deshalb recherchieren, was andere Anbieter in der näheren Umgebung verlangen.

Nicht zu vergessen ist, dass der Mallehrer mit seinem Unterricht Einnahmen erzielt, die er versteuern muss. Aus diesem Grund sollte er sich informieren, ob die Anmeldung eines Kleingewerbes notwendig ist oder ob er seine Tätigkeit als Selbstständiger oder Freiberufler abrechnen kann. Vom Status hängt dann auch ab, wie der Mallehrer zum Beispiel seine Rechnungen schreiben muss.

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Hier schreiben die beiden Künstler und Maler RZA & Feryal (Christian Gülcan & Ferya Gülcan). Beide Baujahr 1974, mit teilweise unterschiedlichen Einstieg (Grafitti, Zeichnen & Design) in die Acrylmalerei. Wir sind Markeninhaber der Kunstschmiede kooZal und malen hauptsächlich moderne und abstrakte Acrylbilder im Großformat, malen aber auch mit Ölfarben, lieben Druck- & Schablonentechniken und zeichnen viel. Unser eigenes Studio bzw. Atelier befindet sich in Bremen.

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