Leinwand fürs Acrylbild mit Gesso grundieren – Infos und Anleitung

Leinwand fürs Acrylbild mit Gesso grundieren – Infos und Anleitung

Die Materialien liegen bereit und im Prinzip könnte es mit dem Malen sofort losgehen. Doch dann stellt sich die Frage, ob es nicht vielleicht besser wäre, die Leinwand zuerst zu grundieren. Braucht ein Acrylbild überhaupt eine Grundierung? Was kann die Grundierung bewirken? Und wie wird die Leinwand fürs Acrylbild richtig grundiert? Solche Fragen klären wir in diesem Beitrag!

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Leinwand fürs Acrylbild mit Gesso grundieren - Infos und Anleitung

Warum kann es sinnvoll sein, die Leinwand zu grundieren?

Grundsätzlich ist es nie verkehrt, den Malgrund für ein Acrylbild zu grundieren. Denn die Grundierung versiegelt die Leinwand. Der Malgrund saugt die aufgetragenen Acrylfarben dadurch nicht so stark auf und das Gemälde wird insgesamt haltbarer.

Hinzu kommt, dass die Grundierung ermöglicht, die Basis für das Acrylbild anzulegen. Meistens wird eine Leinwand in Weiß grundiert. Dadurch entsteht eine einheitlich eingefärbte Fläche, auf der die Acrylfarben besonders intensiv leuchten können.

Aber die Grundierung kann genauso in jedem anderen Farbton erfolgen, um spezielle Effekte zu erzielen. Vor allem als Untermalung für Acrylbilder, bei denen Lasuren übereinander geschichtet werden, bietet sich eine farbige Grundierung an.

Neben der Färbung kann die Grundierung auch die Struktur des Malgrunds verändern. So ist möglich, die Oberfläche komplett zu glätten. Andersherum lässt sich eine raue Oberfläche erzeugen. Sogar reliefartige Strukturen können durch die Grundierung entstehen.

Ist eine Grundierung bei einem Acrylbild unbedingt notwendig?

Bei Ölfarben ist die Grundierung ein Muss. Im Unterschied dazu kommen Acrylfarben auch ohne eine Grundierung aus. Denn Acrylfarben haften auf fast allen Malgründen, ohne dass eine spezielle Vorbereitung notwendig wäre.

Trotzdem kann es nicht schaden, die Leinwand für das geplante Acrylbild zu grundieren. Auf diese Weise lässt sich das Kunstwerk nämlich noch kreativer gestalten. Das gilt übrigens auch dann, wenn eine gebrauchsfertige Leinwand aus dem Künstlerbedarf zum Einsatz kommt.

Solche Leinwände sind auf einen Keilrahmen aufgespannt und bereits grundiert. Allerdings ist die Qualität nicht immer optimal. Wer eine weitere Schicht aufträgt, kann die Grundierung also verbessern oder sie durch die Färbung oder die Struktur personalisieren.

Was ist Gesso?

Um die Leinwand zu grundieren, werden die Leinwand, ein Pinsel oder ein Schwamm und natürlich die Grundierung selbst benötigt. Dabei stehen mehrere Möglichkeiten zur Auswahl. So kann als Grundierung für ein Acrylbild Acrylbinder zum Einsatz kommen.

Acrylbinder ist im Prinzip eine Acrylfarbe ohne Farbpigmente, die die Farbschichten zuverlässig mit dem Malgrund verklebt.

Eine andere Möglichkeit ist simple Fassadenfarbe aus dem Baumarkt. Fassadenfarbe trocknet wasserfest auf und bildet eine robuste, elastische Schicht. Zudem ist Fassadenfarbe vergleichsweise preiswert, was vor allem bei Bildern in sehr großen Formaten ein Vorteil sein kann.

Die beste Wahl ist aber Gesso. Bei Gesso handelt es sich um eine Mischung aus Kreide, Kalk, Farbpigmenten und Bindemittel. Das Produkt hat sich einfach schon seit jeher als Grundierung für Malgründe in der Öl- und Acrylmalerei bewährt.

In der klassischen Ausführung ist Gesso weiß und flüssig. Im Künstlerbedarf ist das Grundierungsmittel aber auch in vielen anderen Farben und in unterschiedlichen Konsistenzen erhältlich.

Die Leinwand fürs Acrylbild mit Gesso grundieren – eine Anleitung

Bleibt noch die Frage, wie die Leinwand mit Gesso grundiert wird. Das erfolgt in mehreren Schritten:

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  1. Die Vorbereitung

Wie das Malen sollte auch das Grundieren vorbereitet werden. Denn es ist einfach angenehmer, wenn alle benötigten Materialien griffbereit sind und die Arbeit nicht ständig unterbrochen werden muss.

Fürs Grundieren wird die Leinwand entweder auf die Arbeitsfläche gelegt oder auf eine Staffelei gestellt. Außerdem wird entweder ein Pinsel oder ein kleiner Schwamm bereit gelegt. Welches Werkzeug es wird, bleibt dem eigenen Geschmack überlassen.

Der Gesso wird am besten in eine kleine, handliche Schale umgefüllt. Soll die Grundierung möglichst glatt werden, kann der Gesso mit wenig Wasser vermischt werden. Ein Mischungsverhältnis von ungefähr vier Teilen Gesso und einem Teil Wasser sorgt dafür, dass die Grundierung fließfähiger wird und weniger Knubbel bildet.

  1. Die erste Schicht

Nun kann die erste Schicht Gesso auf die Leinwand aufgetragen werden. Dazu am besten in der Mitte beginnen und zu den Rändern hin arbeiten.

Für ein gleichmäßiges Ergebnis ist wichtig, bei einer Richtung zu bleiben. Die Grundierung wird also entweder senkrecht oder waagerecht aufgebracht. Wer die erste Schicht senkrecht aufträgt, startet ungefähr in der Mitte der Leinwand und führt den Pinsel oder den Schwamm von der Oberkante bis an die Unterkante.

Dann das Malwerkzeug erneut an der Oberkante ansetzen und die nächste Bahn nach unten ziehen. So geht es weiter, bis eine Seitenkante erreicht ist. Anschließend ist die andere Hälfte der Leinwand an der Reihe.

Der Gesso darf ruhig großzügig aufgetragen werden, damit eine geschlossene Schicht entsteht. Ist die Leinwand einmal komplett grundiert, muss die Schicht trocknen. Je nach Produkt und Dicke der Schicht beträgt die Trocknungszeit ungefähr zwei bis drei Stunden.

  1. Die zweite Schicht

Ist die erste Schicht getrocknet, wird eine zweite Schicht aufgetragen. Dieses Mal ist die Streichrichtung entgegensetzt. Wer also senkrecht grundiert hatte, bringt den Gesso jetzt waagerecht auf. Danach muss auch die zweite Grundierung wieder trocknen.

Je nachdem, wie das Acrylbild gestaltet werden soll, können noch weitere Schichten aufgebracht werden. Im Normalfall reicht es aber aus, die Leinwand einmal senkrecht und einmal waagerecht mit Gesso einzupinseln.

Ist die Grundierung trocken, sollte sie sicherheitshalber kontrolliert werden. Dazu die Leinwand einfach gegen das Licht halten. Ist sie überall gleichmäßig grundiert, ist eine einheitliche Fläche zu sehen. Wurden hingegen Stellen ausgelassen, werden sie auf diese Weise sichtbar und können nachgearbeitet werden.

  1. Schleifen

Soll der Malgrund besonders glatt werden, kann die grundierte Leinwand abgeschmirgelt werden. Bei Porträts und anderen Motiven, die fotorealistisch wirken sollen, ist das hilfreich.

Das Schleifen erfolgt mit einem feinen Schmirgelpapier, das in kreisförmigen Bewegungen über die Leinwand geführt wird.

Für die nächsten Durchgänge ein immer feineres Schmirgelpapier verwenden und dazwischen jeweils den Schleifstaub entfernen. Wenn die Oberfläche glatt genug ist, ist die Leinwand fertig und das Malen kann beginnen.

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Hier schreiben die beiden Künstler und Maler RZA & Feryal (Christian Gülcan & Ferya Gülcan). Beide Baujahr 1974, mit teilweise unterschiedlichen Einstieg (Grafitti, Zeichnen & Design) in die Acrylmalerei. Wir sind Markeninhaber der Kunstschmiede kooZal und malen hauptsächlich moderne und abstrakte Acrylbilder im Großformat. Unser eigenes Studio bzw. Atelier befindet sich in Bremen.

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