Anleitung für ein Mixed Media Bild mit Buchstaben

Anleitung für ein Mixed Media Bild mit Buchstaben

Mixed Media ist eine Technik, bei der verschiedene Materialien und Elemente miteinander kombiniert werden. Anders als bei einer Collage geht es aber weniger darum, ein Bild aus unterschiedlichen Elementen zusammenzusetzen, die jeweils sowohl für sich als auch gemeinsam wirken. Mixed Media zielt eher darauf ab, verschiedene Materialien und Maltechniken in einem Bild zu vereinen.

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Anleitung für ein Mixed Media Bild mit Buchstaben

Am Ende soll es so aussehen, als würde alles ganz selbstverständlich in genau dieser Form zusammengehören. Die einzelnen Materialien und Techniken sollen also zu einer in sich stimmigen Einheit verschmelzen.

Ein großes Thema in Sachen Einrichtung und Deko sind Buchstaben. Einzelne Buchstaben, Wörter oder Schriftzüge zieren Wandbilder, Textilien, Einrichtungsgegenstände oder stehen einfach für sich auf Tischen und Regalen.

In unserer Anleitung greifen wir diesen Trend auf und erklären, wie ein Mixed Media Bild mit Buchstaben entsteht!:

Die benötigten Materialien

  • dünne Holzplatte oder Leinwand auf Keilrahmen als Malgrund

  • Pappkarton, Schere und Bleistift für die Buchstaben

  • Alufolie

  • Gel Medium

  • Acrylfarben in mindestens drei verschiedenen Farbtönen

  • Pinsel

  • Papiertaschentücher oder Küchenrolle

Gel Medium ist im Hobby- und Künstlerbedarf erhältlich. Weil es sich um eine Acryl-Dispersion handelt, wird es je nach Hersteller auch unter der Bezeichnung Acryl Medium angeboten. Die wesentliche Aufgabe von Gel Medium besteht darin, die Eigenschaften von Acrylfarben zu verändern.

Je nach Art lässt es Acrylfarben fester oder flüssiger werden, intensiver leuchten, langsamer trocknen, stärker glänzen oder matter wirken. Auch als Firnis, der ein fertiges Acrylbild versiegelt und konserviert, ist Gel Medium geeignet.

Im Mixed Media Bereich wird das Mittel hauptsächlich als Klebstoff verwendet. Denn Gel Medium hält gut auf verschiedenen Oberflächen und trocknet transparent auf.

Die Anleitung für ein Mixed Media Bild mit Buchstaben

Unser Mixed Media Bild baut sich aus mehreren Schichten auf. Die Basis bilden Buchstaben aus Pappe. Danach wird die Bildfläche mit Acrylfarben bemalt und die oberste Farbschicht anschließend zum Teil wieder abgetragen. Auf diese Weise entstehen interessante Strukturen, während die Buchstaben reliefartig hervortreten.

Doch der Reihe nach!

  1. Schritt: Buchstaben aus Pappe ausschneiden

Als erstes werden die Buchstaben für das Mixed Media Bild angefertigt. Ob sich der Künstler für einzelne Buchstaben oder ein bestimmtes Wort entscheidet, ob er es bei wenigen Buchstaben belässt oder viele Buchstaben anfertigt und ob er die Buchstaben alle gleichgroß oder in verschiedenen Größen gestaltet, bleibt natürlich dem eigenen Geschmack überlassen. Auch bei der Schriftart besteht freie Wahl.

Die einzelnen Buchstaben werden auf etwas dickere Pappe aufgezeichnet und anschließend mit der Schere ausgeschnitten. Die Buchstaben-Rohlinge sind später nicht mehr zu sehen. Deshalb ist es nicht notwendig, sie spiegelverkehrt aufzuzeichnen. Und es macht auch nichts, wenn auf der Pappe ein paar Bleistiftstriche stehen bleiben.

Tipp:

Wer möchte, kann die Buchstaben doppelt anfertigen und später in zwei Lagen übereinander aufkleben. Dadurch treten die Buchstaben auf dem fertigen Bild noch plastischer hervor.

  1. Schritt: den Malgrund vorbereiten

Die vorbereiteten Buchstaben werden nun auf dem Malgrund angeordnet. Dabei kann sie der Künstler gerade in einer Linie, senkrecht, teils zur Seite gekippt oder auf den Kopf gedreht oder wild verteilt arrangieren. Erlaubt ist, was gefällt.

Ist der Künstler mit seiner Anordnung zufrieden, werden die Buchstaben mit Gel Medium auf dem Malgrund festgeklebt. Anschließend pinselt der Künstler den gesamten Malgrund samt Buchstaben großzügig mit Gel Medium ein. Die Schicht darf ruhig schön dick sein.

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Weiter geht es dann mit der Alufolie. Sie wird auf den Malgrund aufgelegt und vorsichtig angedrückt. Dabei sollten möglichst wenig Falten entstehen. Reicht die Alufolie nicht aus, um damit den ganzen Malgrund abzudecken, können einfach zwei Folienbahnen nebeneinander angebracht werden. Dann die Folien so anlegen, dass sie sich leicht überlappen.

Nun fährt der Künstler mit dem Finger behutsam über den Malgrund, um so die Konturen der Buchstaben schon einmal leicht anzulegen. Damit die Alufolie nicht mehr verrutscht und nicht im Weg ist, können die überstehenden Ränder um die Kanten des Malgrunds umgeklappt und auf der Rückseite festgeklebt werden.

Anschließend werden die Konturen der Buchstaben richtig ausgearbeitet. Dazu mit dem Ende des Pinselstiels jeden Buchstaben umrunden. Nach und nach treten so die Buchstaben gut sichtbar hervor. Wichtig beim Umranden der Kanten ist, nicht zu fest aufzudrücken, weil die Alufolie sonst reißt. Sollte trotzdem irgendwo ein Loch entstehen, kann es mit Gel Medium geschlossen werden.

  1. Schritt: den Malgrund bunt bemalen

Nachdem die Vorarbeiten abgeschlossen sind, kommt Farbe ins Spiel. Dazu wird die komplette Fläche mit Acrylfarbe eingefärbt. Dabei muss die Farbschicht nicht unbedingt gleichmäßig decken. Wenn die Alufolie stellenweise noch etwas durchschimmert, können sehr schöne Effekte entstehen.

Auch hier bleibt es natürlich wieder dem eigenen Geschmack überlassen, ob der Künstler nur einen Farbton verwendet oder die Fläche mit mehreren Farben bemalt.

Die erste Farbschicht muss nun trocknen. Danach kann der Künstler eine zweite Farbschicht auftragen. Dieses Mal bemalt er aber nicht die gesamten Malgrund, sondern trägt die Farbe hauptsächlich auf den Buchstaben auf.

Dabei kommt es nicht auf akkurates Ausmalen an. Die Idee ist vielmehr, die Farbe locker aus dem Handgelenk auf den Malgrund zu bringen, um so die Buchstaben als erhabene Stellen hervorzuheben. Die zweite Farbschicht muss dann ebenfalls trocknen.

  1. Schritt: eine Farbschicht auftragen und teilweise wieder abnehmen

Sind die unteren Farbschichten trocken, wird eine weitere Farbschicht aufgebracht. Diese Schicht wird aber teilweise wieder weggewischt. Weil Acrylfarbe ziemlich schnell trocknet, muss der Künstler hier deshalb zügig arbeiten. Die Technik nennt sich übrigens Sgraffito.

Zunächst pinselt der Künstler den ganzen Malgrund also mit Acrylfarbe im gewünschten Farbton ein. Die stärksten Effekte entstehen mit schwarzer oder weißer Acrylfarbe. Aber natürlich ist auch ein anderer Farbton möglich. Nur sollte er einen deutlichen Kontrast zu den vorhergehenden Farbschichten bilden.

Sobald die Farbe verteilt ist, nimmt der Künstler ein Taschentuch oder ein Stück Küchenrolle und wischt die feuchte Farbe stellenweise wieder ab. Dadurch werden die unteren Farbschichten erneut sichtbar.

Tipp:

Der Künstler kann sein Tuch mit Reinigungsalkohol benetzen. Dadurch lässt sich die Farbe auch dann noch abtragen, wenn sie schon etwas angezogen hat. Allerdings sollte der Künstler aufpassen, dass er nicht versehentlich zu viel Farbe von den bunten Schichten wegnimmt.

Wenn auch die oberste Farbschicht trocken ist, ist das Bild fertig! Wer möchte kann die Buchstaben aber noch stärker herausarbeiten, indem er die Konturen mit einem wasserfesten Filzstift nachfährt.

Mehr Ratgeber, Tipps und Anleitungen:

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Hier schreiben die beiden Künstler und Maler RZA & Feryal (Christian Gülcan & Ferya Gülcan). Beide Baujahr 1974, mit teilweise unterschiedlichen Einstieg (Grafitti, Zeichnen & Design) in die Acrylmalerei. Wir sind Markeninhaber der Kunstschmiede kooZal und malen hauptsächlich moderne und abstrakte Acrylbilder im Großformat. Unser eigenes Studio bzw. Atelier befindet sich in Bremen.

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