Anleitung für ein abstrakt-geometrisches Acrylbild

Anleitung für ein abstrakt-geometrisches Acrylbild 

Die Acrylmalerei ermöglicht es, die verschiedensten Maltechniken umzusetzen. Eine dieser Maltechniken ist das Malen mit dem Malstock. Und wie mithilfe des Malstocks ein abstrakt-geometrisches Acrylbild entstehen kann, erklärt diese Anleitung!

Die folgende Anleitung liefert die Anregung für ein abstraktes Acrylbild, das aus einfachen geometrischen Formen besteht. Durch die Anordnung der Formen und das Zusammenspiel der Farben Ocker, Blau und Rot entsteht eine Bildwirkung, die modern, frech und gleichzeitig beruhigend wirkt.

Und obwohl es einfach aussieht, ist das Bildmotiv aus maltechnischer Sicht durchaus anspruchsvoll. Denn die Linien müssen absolut gerade gezogen und die Farbflächen sehr präzise ausgefüllt werden. Deshalb bietet sich das Malen mit dem Malstock an. Und tatsächlich steht diese Maltechnik auch im Vordergrund. Es geht also in erster Linie um das Malen mit dem Malstock. Die Formen und die Farbgebung verstehen sich nur als Idee.

 

Das Malen mit dem Malstock

Der Malstock gehört zu den traditionellen Malwerkzeugen. Es handelt es sich dabei um einen Stock aus Holz, der zwischen 30 und 100 Zentimeter lang ist. An einem Ende hat der Malstock eine Polsterung, die aus Stoff oder Leder besteht. 

Beim Malen hält der Künstler den Malstock in der linken Hand. Das gepolsterte Ende wird am Bildrand oder auf dem Malgrund abgelegt. Das andere Ende hebt der Künstler so an, dass der Malstock ein paar Zentimeter über dem Malgrund verläuft. Nun kann der Künstler seine rechte Hand, mit der er den Pinsel führt, auf dem Malstock ablegen. Dadurch hat seine Malhand eine Stütze, die es ihm ermöglicht, sehr exakt zu malen. Daneben wird der Malstock als eine Art Lineal verwendet. In diesem Fall führt der Künstler seinen Pinsel am Malstock entlang. Auf diese Weise entstehen gerade und exakte Kanten.

Nachdem die moderne Malerei in erster Linie auf einen freien und spontanen Farbauftrag setzt, ist das Malen mit dem Malstock ein wenig in Vergessenheit geraten.

In früheren Epochen hingegen gehörte der Malstock genauso zur Grundausstattung wie die Farben und die Pinsel. Auf alten Bildern, die Künstler bei der Arbeit zeigen, ist deshalb neben der Staffelei und der Leinwand, den Farben, der Palette und den Pinseln oft auch ein Malstock zu sehen. Heute wird der Malstock kaum noch verwendet. Dabei kann es durchaus reizvoll sein, das alte Werkzeug wieder aufleben zu lassen.

 

Die Materialien für ein abstrakt-geometrisches Acrylbild

  • ·         vorgrundierte Leinwand im Format 50 x 80 cm
  • ·         Acrylfarben in Rot, Ocker, Blau und Weiß
  • ·         Flachpinsel in drei Stärken (dünn, mittel und breit)
  • ·         Malstock
  • ·         Kohle und Lineal für die Vorzeichnung
  • ·         Acrylfirnis zum Aufpinseln

Hat der Hobby-Künstler keinen Malstock, kann er einfach einen Besenstiel, eine Holzlatte, eine Keilrahmenleiste oder einen ähnlichen Gegenstand zweckentfremden.

 

Die Anleitung für ein abstrakt-geometrisches Acrylbild

Auf den ersten Blick wirkt das Acrylbild sehr schlicht. Denn es besteht nur aus ein paar blauen Rechtecken und Dreiecken, die von einem ockerfarbenen Hintergrund umgeben sind. In der Mitte zieht ein kleines rotes Quadrat die Aufmerksamkeit auf sich.

Doch gerade diese Einfachheit ist das, was die Bildwirkung ausmacht. Zudem lebt das Bild von sehr exakt, präzise und sauber ausgeführten Kanten. Um sie hinzubekommen, wird ein Malstock verwendet. Insofern eignet sich das Bild hervorragend, um das Malen mit einem Malstock auszuprobieren und zu üben. Aber der Reihe nach!

 

1. Schritt: die Linien vorzeichnen

Natürlich wäre es möglich, die Linien gleich mit Acrylfarben zu malen. Doch gerade bei einem Bild, das nur wenige und zudem einfache geometrische Formen enthält, ist ein exaktes Arbeiten sehr wichtig. Die Wirkung des Bildes entsteht durch die Komposition der Formen und dadurch, dass diese Formen sehr präzise ausgeführt sind. Deshalb sollte der Hobby-Künstler auf die Vorzeichnung nicht verzichten.

Als Vorzeichnung werden die Linien der abstrakt-geometrischen Figuren mithilfe von Kohle und Lineal auf der Leinwand angelegt. Dabei sollte der Hobby-Künstler versuchen, die Linien möglichst leicht und dünn zu ziehen. Denn letztlich ist die Vorzeichnung nur als Orientierungshilfe gedacht.

 

2. Schritt: die Formen anlegen

Nun werden die Linien der Vorzeichnung nachgemalt. Dafür werden die blaue Acrylfarbe und ein feiner Flachpinsel verwendet. Außerdem kommt jetzt auch der Malstock zum Einsatz.

Den Malstock nimmt der Hobby-Künstler in die linke Hand. Das gepolsterte Ende legt er neben oder auf den Malgrund auf, das andere Ende hält er ein paar Zentimeter über den Malgrund. Nach Möglichkeit sollte der Hobby-Künstler seinen linken Arm auf der Arbeitsfläche oder am Körper abstützten, um zu vermeiden, dass er wackelt.

Dann nimmt er den Pinsel in die rechte Hand und führt den Pinsel so über den Malgrund, dass die Pinselzwinge oder der Pinselstiel am Malstock entlang fährt. Der Malstock wirkt dadurch wie ein Lineal und ermöglicht einen sauberen, geraden Strich. Und weil der Malstock nicht direkt auf dem Malgrund aufliegt, kann auch nichts verwischen.

Auf diese Weise werden nun alle vorgezeichneten Linien mit blauer Acrylfarbe nachgezogen.

 

3. Schritt: den Hintergrund ausmalen

Als nächstes ist der Hintergrund an der Reihe. Er wird in Ocker angelegt. Die sehr ruhige, gleichmäßig eingefärbte Fläche lässt die geometrischen Formen noch stärker zur Geltung kommen.

Damit der Hintergrund aber tatsächlich eine absolut gleichmäßig eingefärbte Fläche bildet, wird es notwendig sein, die ockerfarbene Acrylfarbe in mehreren Farbschichten aufzutragen. Dabei wird an den Kanten, an denen das Ocker auf die blauen Linien trifft, wieder der Malstock als Hilfsmittel benutzt. Hier wird dann am besten auch mit dem feinen Fachpinsel gearbeitet. Ansonsten kann die Fläche mit dem breiten Flachpinsel ausgemalt werden.

 

4. Schritt: die Formen ausfüllen

Nun werden die geometrischen Flächen ausgemalt. Dies erfolgt in drei Blautönen:

·         Für den hellen Blauton wird die blaue Acrylfarbe mit viel Weiß aufgehellt. Gemischt wird die Farbe aber andersherum. Es wird also weiße Acrylfarbe auf die Palette gegeben und mit wenig Blau vermischt.

·         Für den mittleren Blauton wird zur blauen Acrylfarbe Weiß und etwas Ocker hinzugefügt.

·         Für den dunkelsten Blauton wird die blaue Acrylfarbe so verwendet, wie sie aus der Tube kommt.

Ausgemalt werden zuerst die mittelblauen, dann die hellen und danach die dunklen Farbfelder. Zum Schluss wird das rote Quadrat ausgemalt.

Um möglichst gleichmäßige Farbflächen zu erzielen, ist es ratsam, die Acrylfarbe in mehreren dünnen Schichten aufzutragen. Dabei kann für die größeren Farbflächen der mittelstarke Flachpinsel verwendet werden. Die Kanten hingegen sollten mit dem feinen Flachpinsel ausgeführt werden. Zudem kommt auch hier an den Kanten wieder der Malstock zum Einsatz.

 

5. Schritt: das Bild firnissen

Im Verlauf des Malprozesses ist ein Acrylbild entstanden, das beispielsweise so aussieht:

[Grafik Acrylbild]

Acrylbild geometrisch 

Zum Schluss wird nun noch eine Schicht Acrylfirnis aufgetragen. Dadurch erhält die Oberfläche einen gleichmäßigen Glanz und wirkt noch einheitlicher. Außerdem ist das Bild so besser vor Verschmutzungen und einem Ausbleichen geschützt.

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