Anleitung: Sternenhimmel mittels Farbgießen gestalten

Anleitung: Sternenhimmel mittels Farbgießen gestalten

Das Farbengießen, auch als Pouring bezeichnet, ist seit einiger Zeit ein Riesentrend. Und viele, die die Technik einmal ausprobiert haben, lässt das Fieber nicht mehr los. Das ist aber auch kein Wunder. Denn das Farbengießen ist kinderleicht und die Ergebnisse können sich wirklich sehen lassen.

Anleitung Sternenhimmel mittels Farbgießen gestalten

Meist wird die Technik dabei so umgesetzt, dass Acrylfarben in verschiedenen Farbtönen in ein Glas gegeben werden. Anschließend wird das Glas auf den Malgrund gesetzt und abgehoben. So fließen die Farben aus dem Becher und verteilen sich auf der Leinwand. Durch Hin- und Herbewegen der Leinwand wird der Farbfluss noch verstärkt.

In dieser Anleitung wenden wir eine etwas andere Technik an. Auch hier spielt der Zufall zwar eine große Rolle. Aber das Ergebnis lässt sich zumindest etwas steuern. Für das Motiv lassen wir uns vom Sternenhimmel und fernen Galaxien inspirieren.

Also, los geht’s!:

Die Materialien für den gegossenen Sternenhimmel

  • eine oder mehrere Leinwände im gewünschten Format
  • Acrylfarben in Schwarz, Weiß, Braun und verschiedenen Blautönen
  • Pouring-Medium
  • Silikonöl
  • Pinsel
  • Holzstäbchen
  • Gläser oder Becher
  • Pappkarton, Tapetenreste oder Folie zum Schutz der Arbeitsfläche

Pouring-Medium und Silikonöl sind im Kunstzubehör oder Bastelbedarf erhältlich. Auch in Online-Shops werden die Flüssigkeiten, die fürs Farbgießen benötigt werden, vielfach angeboten.

Sternenhimmel mittels Farbgießen gestalten – die Anleitung

Für einen Sternenhimmel, der an einen Blick aus dem All erinnert, bieten sich neben Schwarz und Weiß vor allem Blautöne und Erdfarben an. Dabei können auch Acrylfarben mit Metallic-Effekten für eine tolle, lebendige Optik sorgen.

Letztlich bleibt aber selbstverständlich alles eine Frage des eigenen Geschmacks. Wer lieber mit Rot- und Violetttönen arbeiten möchte oder sein Bild ganz bunt gestalten will, kann das ebenso tun. Die Vorgehensweise als solches bleibt gleich.

  1. Schritt: die Arbeitsfläche abdecken

Bevor es losgeht, sollte die Arbeitsfläche gut abgedeckt werden. Dafür können zum Beispiel Pappkarton, alte Tapetenreste, Folie oder mehrere Lagen Zeitungspapier ausgebreitet werden.

Wichtig ist nur, dass die Unterlage verhindert, dass die Farben durchsuppen und alles einfärben. Das Farbengießen macht sehr viel Spaß – kann aber auch eine ordentliche Sauerei hinterlassen!

  1. Schritt: die Acrylfarben vorbereiten

Als nächstes werden die Acrylfarben vorbereitet. Denn so wie sie aus der Tube kommen, eignen sie sich nicht zum Farbgießen. Vielmehr müssen sie erst in die richtige Konsistenz gebracht werden.

Dafür wird wenig Acrylfarbe in ein Glas oder einen Becher gegeben. Eine kleine Menge reicht aber wirklich aus. Zu der Farbe wird dann die zweifache Menge an Pouring-Medium hinzugefügt. Das Mischungsverhältnis sollte also etwa ein Teil Acrylfarbe auf zwei Teile Medium betragen.

Das muss aber nicht genau abgemessen werden, sondern kann ruhig nach Gefühl erfolgen. Und im Zweifel ist es besser, etwas mehr Medium zu verwenden. Das Pouring-Medium sorgt dafür, dass die Farbe fließfähig wird.

Sind die Acrylfarbe und das Medium gut miteinander verrührt, werden ein paar Tropfen Silikonöl hineingegeben. Das Silikonöl hat keinen Einfluss auf die Fließfähigkeit.

Es ist vielmehr dafür zuständig, dass sich die Farben nicht so sehr miteinander mischen und dass die typischen zell- oder wabenähnlichen Strukturen entstehen. Die Mischung wird nun noch einmal gut durchgerührt.

Nach dem gleichen Prinzip werden alle Acrylfarben angemischt, die auf dem Bild zum Einsatz kommen sollen.

  1. Schritt: die Leinwand grundieren

Jetzt geht es mit der Leinwand weiter. Sie wird mit Farben direkt aus der Tube grundiert. Für die Grundierung wird die Leinwand zunächst in Schwarz gestrichen.

In die schwarze Farbe wird anschließend mit Blau hineingemalt, um so einen Farbverlauf zu erzeugen. Das kann ruhig mit einem breiten Borstenpinsel und schnellen Bewegungen geschehen.

Gut ist außerdem, nicht zu sparsam mit den Farben umzugehen. Denn die Leinwand sollte noch feucht sein, wenn gleich die Farben gegossen werden. So fließen sie schöner.

  1. Schritt: die Farben gießen

Auf die nasse Leinwand werden nun die Acrylfarben gegossen. Dafür wird mit der ersten Farbe ein Klecks auf die Leinwand gegeben. Mittig in diesen Farbklecks wird ein weiterer Klecks mit der zweiten Farbe getropft.

Dann folgt noch ein Farbklecks, wieder mittig, in einer dritten Farbe. Auf diese Weise werden mehrere Farbfelder in den gewünschten Farbtönen auf der Leinwand gestaltet. Wie viele Farbkreise es werden, bleibt natürlich dem eigenen Geschmack überlassen.

Danach wird die Leinwand in leichten Kreisbewegungen bewegt. Dadurch verteilen sich die Farbkleckse auf der Fläche und die einzelnen Farben fließen ineinander. Durch das Silikonöl bilden sich zudem Muster, die an Zellen oder Waben erinnern.

Wer möchte, kann dann noch weitere Farbe auf die Leinwand klecksen. Möglich ist außerdem, zwei Acrylfarben zusammenzuschütten und so auf die Leinwand zu gießen. Zwischendurch kann die Leinwand immer mal wieder bewegt werden, um den Farbfluss zu verstärken.

Tipp:

Wenn die Leinwand bewegt wird, bleibt es nicht aus, dass Farbe herunter läuft. Deshalb sollte die Arbeitsfläche auch gut abgedeckt sein. Wer möchte, kann aber gleich eine zweite Leinwand auf die Arbeitsfläche legen.

So wird keine Farbe vergeudet, denn die überschüssige Farbe fließt direkt auf die zweite Leinwand. Und nebenbei entsteht ein weiteres Bild.

  1. Schritt: einzelne Sterne malen

Gefällt die Optik, können ein paar Sterne als Highlights auf das Bild gemalt werden. Dafür werden kleine Tröpfchen in Weiß oder einer anderen, hellen Acrylfarbe auf die Leinwand gegeben. Anschließend werden die Tröpfchen mit einem Holzstäbchen sternförmig auseinandergezogen.

  1. Schritt: das Bild trocknen lassen

Das fertige Acrylbild muss dann trocknen. Das dauert recht lange, weil der Farbauftrag vergleichsweise dick ist. Mit etwa drei Tagen sollte mindestens gerechnet werden.

Und in dieser Zeit ist wichtig, das Bild nicht zu bewegen. Denn solange die Farben nicht trocken sind, fließen sie weiter. Hier ist also Geduld gefragt. Doch nach dem Trocknen ist das eindrucksvolle Sternenhimmel-Bild fertig!

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Inhaber bei Artdefects Media Verlag
Hier schreiben die beiden Künstler und Maler RZA & Feryal (Christian Gülcan & Ferya Gülcan). Beide Baujahr 1974, mit teilweise unterschiedlichen Einstieg (Grafitti, Zeichnen & Design) in die Acrylmalerei. Wir sind Markeninhaber der Kunstschmiede kooZal und malen hauptsächlich moderne und abstrakte Acrylbilder im Großformat. Unser eigenes Studio bzw. Atelier befindet sich in Bremen.
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