Der Bühnenmaler im Berufsportrait

Der Bühnenmaler im Berufsportrait

Wer die Malerei nicht nur als Hobby betreiben, sondern zu seinem Beruf machen und davon leben möchte, kann sich natürlich als freischaffender Künstler versuchen.

Doch es gibt auch Ausbildungsberufe, die ganz im Zeichen des künstlerischen Schaffens stehen. Einer dieser Berufe ist der Bühnenmaler.

Bühnenmaler – oder genauer gesagt: Bühnenmaler und Bühnenplastiker der Fachrichtung Malerei – fertigen Bühnen- und Szenenbilder für das Theater, die Oper, für Musicals sowie für Film und Fernsehen.

Daneben erstellen sie Hintergründe, Wandbilder, Dekorationen und manchmal auch Plastiken für Ausstellungen und Messen, Werbeproduktionen und als Inneneinrichtungen. Die Tätigkeit ist ein anerkannter Ausbildungsberuf und die Ausbildung dauert drei Jahre. Klingt interessant?

Hier ist der Bühnenmaler im Berufsportrait!

Die Tätigkeit als Bühnenmaler

Im örtlichen Festspielhaus wird schon bald ein neues Stück aufgeführt. Regie und Bühnenbild haben sich geeignet, wie die Kulisse aussehen soll, und die Entwürfe für die Bühnen- und Szenenbilder erstellt. Und nun sind die Bühnenmaler an der Reihe. Sie beginnen ihre Arbeit damit, dass sie Skizzen und Zeichnungen anfertigen oder Modelle des geplanten Bühnenbildes bauen. Manchmal ist es auch notwendig, dass sie Kopien von historischen oder zeitgenössischen Kunstwerken erstellen.

Sind die Vorbereitungen abgeschlossen, geht es an die Umsetzung. Dafür übertragen sie die Entwürfe maßstabsgetreu und detailgenau in große Formate. Anschließend mischen sie Farben an, stellen Farbpaletten zusammen und malen ihre Vorzeichnungen aus. Sie arbeiten an der Gestaltung und an den Details und kümmern sich um den Feinschliff, bis die Landschaften, Gebäude, Einrichtungsgegenstände und sonstigen Elemente der Kulisse täuschen echt aussehen.

Bei ihrer Arbeit haben Bühnenmaler immer den Abstand zwischen der Bühne und dem Publikum im Hinterkopf. Deshalb arbeiten sie großflächig, denn auch für die Zuhörer in den hinteren Reihen muss das Bühnenbild gut zu erkennen sein. Außerdem stimmen sich Bühnenmaler mit der Lichttechnik ab. Das Zusammenspiel mit dem Bühnenlicht soll die Wirkung der Malerei nämlich unterstützen und optimieren.

Um den Auftrag von Regie und Bühnenbild umzusetzen, arbeiten Bühnenbilder mit Farben, Lacken, Beizen und Strukturpasten. Sie vergolden, versilbern und patinieren. Als Malgründe dienen ihnen Leinwände und Textilien, Folien, Kunststoffe, Hölzer und Metalle. Manchmal formen sie auch plastische Massen. In Absprache mit dem Bühnenbild werden Bühnenmaler auch selbst kreativ und bringen ihre eigenen Ideen ein, um die Optik des Bühnenbildes zu optimieren.

Bühnenmaler arbeiten eher selten mit langlebigen Materialien. Das liegt schlichtweg daran, dass ihre Bilder und Malereien meist nur für einen begrenzten Zeitraum benötigt werden. Doch das ändert nichts daran, dass Bühnenmaler manchmal bis spät in die Nacht hinein oder am Wochenende arbeiten, damit die Kulissen rechtzeitig fertig werden.

Bühnenmaler arbeiten mit Bühnenbildern und Regisseuren zusammen und lernen Künstler und Künstlerinnen kennen. Sie tragen zum Erfolg von Aufführungen, Fernseh- und Filmproduktionen, Werbekampagnen oder Messeauftritten bei, denn sie schaffen buchstäblich die Bühne für die Protagonisten. Da Bühnenmaler immer wieder neue Bilder und Kulissen gestalten müssen, ist es ein schöner Nebeneffekt des Berufs, dass sie regelmäßig neue Materialien und Techniken ausprobieren, zu Kunstausstellungen reisen und an Kulturevents teilnehmen können.

Die Arbeitsplätze für Bühnenmaler

Beschäftigungsmöglichkeiten für Bühnenmaler halten in erster Linie

  • Theater- und Opernhäuser,
  • Filmproduktionsfirmen und
  • Fernsehsender

bereit. Im Job sind Bühnenmaler vor allem in Werkstätten, Ateliers und Malsälen, in Studios und auf Bühnen tätig. Auch wenn Bühnenmaler mit kleineren Maschinen und Geräten wie beispielsweise Spritzpistolen arbeiten, erledigen sie den Großteil Ihrer Arbeit von Hand. Je nach Einsatzort und Auftrag kann es dabei notwendig sein, Schutzkleidung zu tragen.

Die Ausbildung als Bühnenmaler

Der Bühnenmaler ist ein anerkannter Ausbildungsberuf. Er wird einerseits am Theater und andererseits in der Film- und Fernsehbranche (hier im Ausbildungsbereich Industrie und Handel) ausgebildet. Die Ausbildung dauert drei Jahre und wird als duale Ausbildung durchgeführt.

Duale Ausbildung bedeutet, dass der angehende Bühnenmaler die praktischen Ausbildungsinhalte in seinem Ausbildungsbetrieb lernt. Beim Ausbildungsbetrieb handelt es sich üblicherweise um ein Theater oder eine ähnliche kulturelle Einrichtung, einen Fernsehsender oder ein Unternehmen der Filmwirtschaft. Ergänzend dazu besucht der Azubi die Berufsschule, wo die Theorie vermittelt wird.

Der Berufsschulunterricht findet aber überwiegend in länderübergreifenden Fachklassen statt. So nehmen angehende Bühnenmaler aus dem Südwesten am Berufsschulunterricht in Baden-Baden teil, während Azubis aus dem Norden und dem Osten die Berufsschule in Berlin besuchen.

Aus rechtlicher Sicht ist keine bestimmte Vorbildung vorgeschrieben. In der Praxis werden die Ausbildungsplätze aber meist an Bewerber mit Abitur vergeben. Und die Ausbildungsbetriebe interessieren sich vor allem für die Leistungen in den Fächern Kunst und Mathematik.

Dass kunsthandwerkliches Interesse und Geschick für eine Tätigkeit als Bühnenmaler notwendig sind, versteht sich von selbst. Aber Mathe? Um die Vorgaben der Regie und des Bühnenbilds umsetzen zu können, müssen die Entwürfe maßstabsgetreu umgerechnet werden. Dafür sind Kenntnisse in Sachen Geometrie unverzichtbar.

Das Einkommen als Bühnenmaler

Wie viel ein Bühnenmaler verdient, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Neben der Berufserfahrung spielt beispielsweise eine Rolle, wo er angestellt ist. Im öffentlichen Dienst, bei einem kommunalen Arbeitgeber ist die Vergütung meist etwas höher als bei einem privatwirtschaftlichen Arbeitgeber.

Gibt es einen gültigen Tarifvertrag, erfolgt die Bezahlung nach Tarif. Denkbar ist auch, dass der Bühnenmaler die tarifliche Mindestgage bekommt und Honorare, die darüber hinausgehen, frei mit seinem Arbeit- oder Auftraggeber aushandelt.

Hinweis:

Die offizielle Berufsbezeichnung lautet „Bühnenmaler und Bühnenplastiker der Fachrichtung Malerei“. Und die Berufsbezeichnung gibt es sowohl in der männlichen als auch in der weiblichen Form.

Letztere heißt „Bühnenmalerin und Bühnenplastikerin der Fachrichtung Malerei“. Der Lesefreundlichkeit wegen haben wir es im Text bei der Kurzversion in der männlichen Form belassen.

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