Anleitung: Gelplatte für Monotypie mit Acrylfarben

Anleitung: Gelplatte für Monotypie mit Acrylfarben

Monotypie mit Acrylfarben macht sehr viel Spaß. Und die Gelplatte dafür lässt sich ganz einfach selbst herstellen.

Bei der Monotypie werden die Acrylfarben auf eine Platte aufgetragen und anschließend auf Papier abgedruckt. Dadurch entstehen tolle Bilder, die für sich stehen oder als Hintergrund verwendet werden können. Bei der Platte kann es sich um eine Kunststoff- oder Glasplatte handeln. Seit einiger Zeit sind aber auch Gelplatten erhältlich.

Die Gelplatten bestehen aus einem gummiartigen Material. Dadurch sind sie flexibel, elastisch und selbst spitze Gegenstände hinterlassen praktisch keine Kratzer. Im Bastel- und Kunstbedarf sind die Platten allerdings nicht ganz billig. Deutlich preiswerter wird es, wenn der Hobby-Künstler seine Druckplatten selbst herstellt.

Und wie das geht, erklärt die folgende Anleitung.

 

Die Materialliste für eine selbstgemachte Druckplatte

  • 18 Päckchen Gelatinepulver (zu je 9 g)
  • 500 ml Wasser
  • 250 ml Isopropylalkohol
  • 250 ml Glycerin
  • Gießform
  • Backpapier
  • Topf und Schneebesen
  • feines Sieb
  • Zeitungspapier
  • Messer

Isopropylalkohol und Glycerin sind in der Apotheke und im Internet erhältlich. Als Gießform eignet sich beispielsweise eine flache Schale, eine Auflaufform, ein Kunststofftablett mit etwas höherem Rand oder ein Backblech. Je nach Größe der Form muss die Menge der Masse natürlich angepasst werden.

Das oben angegebene Rezept ergibt rund einen Liter und reicht für eine Druckplatte in der Größe einer Auflaufform. Soll die Gelplatte in der Größe eines Backblechs angefertigt werden, müssen die angegebenen Zutaten verdoppelt werden.

 

Anleitung: So wird die Gelplatte gemacht

Die Herstellung der Gelplatte ist ziemlich einfach. Trotzdem sollte sorgfältig gearbeitet werden, damit die Platte eine gleichmäßige und vor allem glatte Oberfläche erhält. Und: Isopropylalkohol ist leicht entzündlich. Deshalb darf die Masse nur auf einem normalen Herd, jedoch nicht auf einem Gasherd erwärmt werden. Außerdem sollten die warmen Dämpfe nicht eingeamtet werden.

Aber der Reihe nach:

  • Zuerst wird das Wasser in einen Topf gegeben und die Gelatine hineingerührt. Dann muss die Gelatine etwa zehn Minuten lang quellen.
  • In der Zwischenzeit werden der Isopropylalkohol und das Glycerin miteinander vermischt. Außerdem kann nun schon die Gießform mit Backpapier ausgelegt werden. Durch das Backpapier lässt sich die Platte später leicht aus der Form herausnehmen.
  • Wenn die Gelatine aufgequollen ist, wird die Alkohol-Glycerin-Mischung hinzugefügt.
  • Bei mäßiger Hitze und unter Rühren wird die Mischung nun solange erwärmt, bis sich alle Klümpchen aufgelöst haben. Wichtig dabei ist, dass die Masse nicht zu stark erhitzt wird. Sie sollte nur so warm werden, dass der Finger noch hineingehalten werden kann. Kochen darf die Masse auf keinen Fall!
  • Die warme, flüssige Masse wird dann durch ein feines Sieb in die vorbereitete Gießform gegossen.
  • Sollten sich auf der Oberfläche Luftbläschen gebildet haben, werden sie entfernt. Das klappt mit einem Stück Zeitungspapier sehr gut. Dafür wird die Kante des Zeitungspapiers über die flüssige Masse gehalten und das Papier behutsam über die Oberfläche gezogen. Die Luftbläschen werden dadurch an den Rand der Platte geschoben.
  • Die Form wird jetzt auf einer waagerechten Fläche abgestellt, damit die Masse aushärten kann. Je nach Größe und Stärke der Platte dauert das bei Zimmertemperatur zwischen mehreren Stunden und einem Tag, im Kühlschrank geht es schneller.
  • Ist die Masse fest geworden, kann die Platte aus der Form genommen werden. Bei Bedarf lässt sie sich mit dem Messer zurechtschneiden. Danach ist sie sofort bereit für ihren ersten Einsatz.

Die selbstgemachte Gelplatte ist bei Zimmertemperatur mehrere Wochen lang haltbar. Damit sie nicht austrocknet, sollte sie aber luftdicht verpackt werden. Dazu kann sie in eine Frischhaltebox gegeben werden. Eine andere Möglichkeit ist, die Platte zwischen zwei Kunststoffplatten aufzubewahren oder in Frischhaltefolie einzuwickeln.

Und noch ein Tipp:

Die Gelplatte ist ziemlich robust. Sollte sie trotzdem mal einen Riss bekommen oder nach einiger Zeit spröde werden, kann sie ganz einfach recycelt werden. Dafür wird die Platte in kleine Stücke zerschnitten, in einen Topf gegeben und bei mäßiger Hitze geschmolzen.

Ein Schuss Wasser und etwas Glycerin sorgen dafür, dass die Platte geschmeidig bleibt. Die flüssige Masse wird dann zu einer neuen Platte gegossen. Eine andere Möglichkeit ist, eine neue Masse anzusetzen und die alte, geschmolzene Platte dort hineinzurühren.

 

Die Gelplatte für die Monotypie nutzen

Bleibt noch die Frage, wie die Platte nun verwendet wird. Die Monotypie mit Acrylfarben geht so: Zuerst wird Acrylfarbe in einem oder mehreren Farbtönen auf die Platte getropft. Anschließend wird die Farbe mit dem Pinsel oder einer Farbrolle auf der Platte verteilt. Wer möchte, kann nun verschiedene Materialien auflegen, beispielsweise ein Obstnetz, Blätter und Gräser, eine Feder oder andere, flache Gegenstände.

Natürlich kann auch mit dem Pinselstiel, einem Kamm, einer Gabel oder einem ähnlichen Werkzeug ein Muster in die Farbe eingearbeitet werden. Dann wird ein Blatt Papier auf die Platte aufgelegt und entweder mit den Händen oder mit einer sauberen Farbrolle festgedrückt. Wenn das Papier danach wieder abgezogen wird, ist der Druck zu sehen.

Je nachdem, wie viel Farbe auf die Platte gegeben wurde, kann mit der Restfarbe ein zweiter Abdruck angefertigt werden. Tolle Effekte entstehen, wenn die aufgelegten Materialien für den zweiten Abdruck entfernt werden. So entstehen nämlich in den Farbflächen noch weitere Muster. Der Abdruck kann dann entweder als abstraktes Acrylbild so belassen werden, wie er ist. Oder er wird als Hintergrund verwendet und das Bild weiter ausgearbeitet.

Noch ein Hinweis: Bei einer frisch gegossenen Gelplatte passiert es manchmal, dass die Farben bei den ersten Drucken sehr schnell antrocknen. In diesem Fall sollte mit viel Farbe gearbeitet werden. Eine andere Möglichkeit ist, den Acrylfarben ein wenig Trocknungsverzögerer beizumischen. Das kann ein spezieller Retarder für Acrylfarben oder auch einfach nur etwas Glycerin sein. Nach drei, vier Drucken legt sich das schnelle Antrocknen der Acrylfarben dann üblicherweise von selbst.

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