Mit Acrylfarben altmeisterlich malen – so geht’s

Mit Acrylfarben altmeisterlich malen – so geht’s

Mit Acrylfarben altmeisterlich malen – so geht’s

 

Die Malerei im Stil der alten Meister lässt sich mit Acrylfarben sehr gut umsetzen. Dies liegt daran, dass Acrylfarben ähnliche Eigenschaften und ein ähnliches Malverhalten aufweisen wie es auch in der Temperamalerei typisch war. Für besondere Effekte lassen sich Acrylfarben zudem mit Ölfarben kombinieren.

 

Die Besonderheiten der altmeisterlichen Malerei

Ähnlich wie in der Acrylmalerei trockneten auch die Farben bei der Temperamalerei sehr schnell. Eine Folge davon war, dass sehr feine Übergänge mit Temperafarben kaum angelegt werden konnten. Als Lösung für dieses Problem entwickelten die alten Meister deshalb die Schichtenmalerei.

Bei der Schichtenmalerei setzen die Künstler viele Farbschichten übereinander, die sie teils lasierend und als deckend auftrugen. Dadurch gewann ein Bild an Tiefe und es wurde möglich, feinste Übergänge und Farbnuancen zu gestalten.

Bei der Malweise mit lasierenden Schichten dringt das Licht durch die transparenten Farbschichten. Da der Untergrund das Licht reflektiert, werden die Farben von hinten beleuchtet. Dieses Licht, das durch die Farben hindurch vom Malgrund zurückstrahlt, wird als Tiefenlicht bezeichnet. Gemälde, die sich aus vielen Farbschichten aufbauen, neigen dazu, zu dunkel zu wirken.

Um dies zu vermeiden, trugen die alten Meister weiße Farbe auf die hellen Bildstellen auf, meist in halbdeckenden Schichten. Dieses Ausarbeiten der hellen Bildstellen mit weißer Farbe nennt sich Höhen. Durch das Aufeinanderschichten von verschiedenen Farbaufträgen wurde so nach und nach ein altmeisterliches Gemälde aufgebaut.

 

Acrylfarben als Malmittel für die altmeisterliche Malerei

In der altmeisterlichen Malerei bildete eine eintönige Grundierung die Basis für das Bild. Nach der Unterzeichnung und der Untermalung wurde das Bild dann aus farbigen Lasuren und deckend gemalten Höhen aufgebaut. Acrylfarben eignen sich sehr gut für diese Maltechnik.

 

 Dafür gibt es im Wesentlichen drei Gründe:

·         Acrylfarben trocknen wasserfest auf. Deshalb können problemlos viele Schichten übereinandergelegt werden, ohne dass sich die Farbschichten gegenseitig anlösen oder sich miteinander vermischen.  

·         Wenn Acrylfarben trocknen, verringert sich ihr Volumen, weil das enthaltene Wasser verdunstet. Dies führt dazu, dass der Farbauftrag nach dem Trocknen transparenter wirkt.

·         Acrylfarben können in den verschiedensten Konsistenzen vermalt werden. So können sie für einen deckenden Auftrag direkt aus der Tube verwendet werden. Für Lasuren wiederum können die Acrylfarben mit Wasser vermischt werden. Je mehr Wasser hinzugefügt wird, desto geringer ist die Deckkraft. Um sicherzustellen, dass selbst stark verdünnte Acrylfarben sicher auf dem Malgrund haften, sollte aber etwas Mal- oder Bindemittel beigemischt werden.

 

Mit Acrylfarben altmeisterlich malen – so geht’s

Ein Gemälde im Stil der alten Meister baut sich in vier Schritten auf:

1.       Grundierung:

Als erstes wird eine eintönige Farbschicht auf den Malgrund aufgetragen. Diese getönte Grundierung heißt Imprimitur. Sie nimmt zum einen Einfluss auf die Wirkung der Farbschichten, die später noch aufgetragen werden. Zum anderen erzeugt die Imprimitur eine besondere Lichtatmosphäre, denn sie lässt die Farben trüber erscheinen. Mit Acrylfarben bietet es sich an, die Imprimitur lasierend aufzutragen. Dadurch wird die Grundierung lebendiger als bei einem gedeckten Farbauftrag.

2.       Unterzeichnung:

Auf der Grundierung wird im nächsten Schritt die Skizze vom Bildmotiv angelegt. Früher arbeiteten die Künstler dafür mit Kohle. Kohle hat aber den Nachteil, dass sie den nachfolgenden Farbauftrag dunkel einfärbt und länger sichtbar bleibt. Die bessere Wahl sind deshalb Aquarellstifte. Die Skizzierung mittels Aquarellstiften löst sich durch den Auftrag von Acrylfarben nämlich auf. Ist die Skizze fertig, werden die Höhen angelegt. Dies erfolgt mit weißer Acrylfarbe, die entweder flächig oder gestrichelt aufgemalt wird.

3.       Untermalung:

Über die Unterzeichnung wird nun eine lockere Untermalung gelegt. Die alten Meister verwendeten hierfür Tempera- oder Aquarellfarben, die sie lasierend auftrugen. In der Acrylmalerei bietet es sich an, die Untermalung mit verdünnten Acrylfarben zu gestalten. Bei der Untermalung wird das Bildmotiv flächig in den Hauptfarben ausgemalt. Die fertige Untermalung sollte den Charakter einer Aquarellskizze haben.

Übermalung:

Mit der Übermalung folgt das eigentliche Malen des Bildes. Dazu werden immer abwechselnd lasierende Farbschichten und weiße Höhen aufgetragen. Das Hervorheben der hellen Bildstellen zwischen den farbigen Lasurschichten ist sehr wichtig, weil das Bild sonst schnell zu dunkel werden könnte. Gleichzeitig sollte der Künstler darauf achten, dass sich sein Bild gleichmäßig entwickelt.

Wenn einzelne Bildstellen weiter aufgebaut sind als andere, wird es recht schwierig, später ein harmonisches Gesamtbild zu erzielen. Stark verdünnte Acrylfarben haften nicht immer optimal auf dem Malgrund. Sinnvoll kann es deshalb sein, sie mit etwas Mal- oder Bindemittel anzureichern. Sehr schöne Effekte lassen sich außerdem erzielen, wenn der Malgrund angefeuchtet wird.

Dadurch laufen die Farbflächen leicht aus und es entstehen keine allzu harten Kanten. Die einzelnen Farbschichten werden nach und nach übereinandergelegt, den Abschluss bilden dann die hellen Lichter und die Schatten. Generell sollte sich der Künstler aber weniger auf die Maltechnik, sondern vor allem auf die Bildwirkung konzentrieren. So spricht auch überhaupt nichts dagegen, gezielte Akzente mit deckend aufgetragenen Farben zu setzen.

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