Wie wasserfest ist Acrylfarbe?
Obwohl Acrylfarben grundsätzlich wasserfest auftrocknen, sind sie für den Außenbereich nur bedingt geeignet. Möchtest du deine Arbeiten draußen präsentieren, bist du mit Acryllacken besser beraten. Mit diesen Lacken kannst du aber auch Acrylbilder auf Leinwand malen. Wir fassen zusammen, was du zur Wasserfestigkeit von Acrylfarben wissen solltest!

Inhalt
Acrylfarben als Künstlerfarben
Die Serienproduktion von Acrylfarben begann in den 1940er-Jahren in den USA. Als Künstlerfarben wurden sie auch schnell sehr erfolgreich. Denn anders als Ölfarben, die bis dahin überwiegend für Gemälde verwendet wurden, lassen sich Acrylfarben viel leichter verarbeiten und trocknen wesentlich schneller.
Sie eignen sich für die verschiedensten Malgründe und die unterschiedlichsten Maltechniken. Was die Leuchtkraft und die Farbbrillanz angeht, können Acrylfarben locker mit Ölfarben mithalten. Auch der unangenehme Geruch fällt weg.
Lange Zeit wurden Acrylfarben aber tatsächlich nur als Künstlerfarben verwendet. Für Arbeiten im Außenbereich kamen lösungsmittelhaltige Farben und Lacke zum Einsatz. Weil sie sehr gut aushärten, sind sie widerstandsfähiger und witterungsbeständiger.
Allerdings bringen es die Lösungsmittel mit sich, dass bei der Verarbeitung der Farben und Lacke schädliche Dämpfe freigesetzt werden. Auch für die Umwelt sind Lösungsmittel bedenklich.
Das gestiegene Umweltbewusstsein hat dazu geführt, dass Acrylfarben und Acryllacke noch einmal an Bedeutung gewonnen haben und inzwischen weit über den Künstlerbereich hinaus als umweltfreundliche Alternative zu herkömmlichen Lacken beliebt sind.
Wie wasserfest ist also Acrylfarbe nun?
Beim Malen kannst du Acrylfarbe mit Wasser verdünnen. Für zarte Lasuren mit sehr dünnflüssigen Farben ist es zwar besser, wenn du Acrylbinder verwendest, damit die Farben ihre Leuchtkraft behalten und gut auf dem Malgrund haften.
Wenn du die Farbe aber nur etwas dünnflüssiger haben möchtest, reicht es aus, wenn du sie mit wenig Wasser vermischst.
Solange die Farbe noch feucht ist, kannst du sie auch problemlos mit Wasser abwaschen. Um deine Pinsel, die Palette und andere Malutensilien zu säubern, brauchst du also keinen speziellen Reiniger. Lauwarmes Wasser und eventuell etwas Spülmittel genügen völlig.
Wasserfest werden Acrylfarben erst, wenn sie komplett trocken sind. In trockenem Zustand kannst du die Farben mit Wasser nicht mehr entfernen.
Je nachdem, wie dick deine Farbschicht ist, dauert der Trockungsvorgang nur wenige Minuten. Aus diesem Grund musst du bei einem Acrylbild auch keine langen Wartezeiten einhalten, sondern kannst die verschiedenen Farbschichten recht zügig übereinanderlegen.
Wie sieht es mit der Witterungsbeständigkeit aus?
Klassische Acrylfarben trocknen zwar wasserfest auf. Trotzdem eignen sie sich nur bedingt für den Außenbereich. Das liegt daran, dass sie nicht unbedingt witterungsbeständig sind.
In den meisten Fällen wirst du deine Acrylbilder auf Leinwand, Papier oder Malkarton malen und anschließend in der Wohnung aufhängen. Deshalb ist es nicht unbedingt notwendig, dass die Farben witterungsbeständig sind.
Schließlich sind die Bilder in deinen Wohnräumen weder Regen noch Schnee, Frost oder übermäßiger Hitze ausgesetzt.
Anders sieht es aber aus, wenn du zum Beispiel Bilder auf Holz-, Kunststoff- oder Glasplatten gestalten oder verschiedene Gegenstände wie Vasen, Übertöpfe, Windlichter, Figuren oder Steine bemalen und draußen dekorieren möchtest.
Im Garten, auf dem Balkon oder auf der Terrasse sind deine Objekte der Witterung ausgesetzt. Eine Bemalung mit normalen Künstleracrylfarben würde dann nicht lange halten. Denn darauf ist die Zusammensetzung von Acrylfarben einfach nicht ausgelegt.
Du kannst deine Arbeiten zwar wetterfest machen, indem du sie mit einem transparenten Sprühlack versiegelst. Diesen zusätzlichen Arbeitsschritt kannst du dir aber sparen, wenn du gleich zu Acryllacken greifst.

Was zeichnet Acryllacke aus?
Acryllacke enthalten spezielle Additive, durch die sie beständig gegenüber Feuchtigkeit, Frost, Hitze und UV-Strahlung sind. Doch trotz der Wasserfestigkeit und Witterungsbeständigkeit kannst du sie genauso verarbeiten, wie du es von deinen normalen Acrylfarben gewohnt bist.
Beim Malen mit Acryllacken musst du keine Besonderheiten beachten. Ein Unterschied besteht lediglich darin, dass Acryllacke etwas teurer sind als Acrylfarben.
Was die Lichtechtheit, die Leuchtkraft und die Farbbrillanz angeht, wirst du keine Unterschiede sehen. Obwohl Acryllacke für den Außenbereich geeignet sind, kannst du damit deshalb genauso auch auf Leinwand malen.
Achte in diesem Fall aber auf den Glanzgrad. Acryllacke sind in verschiedenen Glanzgraden von seidenmatt bis hochglänzend erhältlich.
Doch ein Bild mit hochglänzenden Lacken kommt je nach Motiv nicht ganz so gut zur Geltung, weil sich das Licht auf der Oberfläche spiegelt und Details dadurch schlechter zu erkennen sind.
Verarbeitest du Acryllacke für dein Acrylbild, ergibt sich als weiterer Pluspunkt, dass du auf eine Versiegelung mit Firnis verzichten kannst. Denn die Lacke enthalten bereits Additive, die dein Gemälde vor Feuchtigkeit, UV-Strahlen und Verschmutzungen schützen.
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Thema: Wie wasserfest ist Acrylfarbe?
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