Motive für kreative Acrylbilder gestalten – eine Idee

Motive für kreative Acrylbilder gestalten – eine Idee

Jeder, der häufiger malt, kennt vermutlich die Situation, dass ihm die zündende Idee für das nächste Bild fehlt. Farben und Pinsel stehen zwar bereit, aber beim Anblick der großen, leeren, weißen Fläche will sich vor dem geistigen Auge einfach kein Motiv zeigen. Damit trotzdem noch ein kleines Kunstwerk entstehen kann, gibt es verschiedene Wege, um der Kreativität auf die Sprünge zu helfen.

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Motive für kreative Acrylbilder gestalten - eine Idee

Eine Möglichkeit ist, den Blick durch den Raum schweifen zu lassen und dann einen Gegenstand im Raum auszuwählen. Eine andere Möglichkeit ist, im Internet, in Büchern oder in Zeitschriften nach Vorlagen zu suchen.

Vielleicht hat der Hobby-Künstler aber auch ein paar Motive, die so etwas wie sein Steckenpferd sind und die er praktisch immer malen kann. Das können zum Beispiel ein Logo, Symbole, bestimmte Tiere oder geometrische Formen sein.

Um in den kreativen Fluss zu kommen, hilft es oft, mit solchen Dingen zu beginnen und dann zu schauen, wie sich das Bild weiter entwickelt.

Sehr hilfreich ist natürlich, wenn der Hobby-Künstler ein Skizzenbuch hat. Schließlich hat er dadurch gleich eine ganze Sammlung an Entwürfen, auf die er zurückgreifen kann. Und selbst wenn sich im Skizzenbuch nichts Passendes findet, reicht mitunter schon das Durchblättern für einen guten Einfall.

In diesem Beitrag stellen wir noch eine weitere, ganz andere Methode vor, wie sich Motive für kreative Acrylbilder gestalten lassen!:

Die benötigten Materialien

  • Papier oder Karton als Malgrund

  • Bleistift

  • Acrylfarben

  • Pinsel

Motive für kreative Acrylbilder gestalten – so geht’s

Die meisten dürften die Bilderrätsel kennen, bei denen nur wild verteilte Punkte oder Zahlen abgebildet sind. Wenn die Punkte mit Linien verbunden werden, erscheint nach und nach das Motiv. Dieses Prinzip wenden wir bei unserer Idee ebenfalls an. Allerdings mit dem Unterschied, dass sich erst später herausstellt, welches Motiv es wird.

Schritt 1: Punkte setzen

Zuerst werden mit dem Bleistift zahlreiche Punkte aufs Papier gemalt. Dabei werden die Punkte ganz intuitiv auf dem Papier oder Malkarton verteilt. Die Abstände können mal größer und mal kleiner sein. Einige Punkte können für sich stehen, während andere Punkte eine kleine Gruppe bilden.

Wichtig an dieser Stelle ist, nicht großartig nachzudenken oder auf eine bestimmte, gleichmäßige Verteilung zu achten. Die Idee ist vielmehr, die Punkte ganz locker und unbeschwert über den Malgrund zu streuen.

Das macht nicht nur Spaß, sondern erleichtert auch den Einstieg, weil der Kopf jetzt noch nicht gefragt ist.

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Schritt 2: Linien ziehen

Wenn sich gefühlt genug Punkte auf dem Malgrund befinden, werden sie miteinander verbunden. Auch hier wird wieder spontan und intuitiv gezeichnet. Dazu bei irgendeinem Punkt anfangen und von hier aus eine Linie zum nächsten Punkt ziehen. Dann diesen Punkt durch einen Strich mit einem weiteren Punkt verbinden.

Auf diese Weise werden nach und nach so viele Linien gezogen, bis alle Punkte miteinander verbunden sind. Dabei können sich einige Striche auch kreuzen, müssen sie aber nicht. Jeder entscheidet selbst, wie er seine Linien setzt und in welcher Reihenfolge er die Punkte verbindet.

Der Ansatz ist, nach wie vor spielerisch vorzugehen und sich keine Gedanken darüber zu machen, was am Ende herauskommt. Es ist völlig in Ordnung, wenn sich auf dem Malgrund ein wildes Gewirr aus Linien bildet.

Schritt 3: Motiv ausfindig machen

Wenn alle Punkte mit Linien verbunden sind, beginnt die Motivsuche. Was ist auf dem Bild zu sehen? Ist etwas zu erkennen? Was erscheint, wenn das Papier oder der Malkarton stückweise gedreht wird?

Manchmal werden Motive erst sichtbar, wenn der Malgrund seitlich oder auf dem Kopf stehend betrachtet wird.

Es kann sein, dass der Hobby-Künstler ein konkretes Motiv entdeckt. Genauso ist möglich, dass die Skizze seine Fantasie anregt und er ein Fabelwesen, eine Fantasiegestalt, eine mysteriöse Pflanze oder einen verzerrten Gegenstand aufspürt. Eventuell sieht er auch einfach nur ein abstraktes Muster aus vielen kleinen Flächen.

Wichtig ist, sich nicht darauf zu versteifen, dass etwas und vor allem was gesehen werden muss. Wer im Vorfeld schon eine gewisse Vorstellung im Kopf hat, bremst seine Fantasie und Kreativität aus.

Das Ziel ist deshalb, die Skizze ganz unvoreingenommen zu betrachten und sich überraschen zu lassen, was sich zeigt.

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Schritt 4: malen

Ist ein Bildmotiv ausgemacht, kann es farbig ausgestaltet werden. Dabei bleibt es dem eigenen Geschmack überlassen, was aus den Linien wird. Der Hobby-Künstler kann die Felder, die durch die Striche entstanden sind, präzise ausmalen. Oder behält nur die Linien bei, die sein Motiv ergeben, und übermalt alle anderen Flächen.

Das Motiv selbst kann er entweder nur aus der Punkt-Strich-Skizze erstellen oder um weitere Details ergänzen. Auch um das Motiv herum können natürlich weitere Formen und Farbflächen dazukommen.

Nach und nach entsteht auf diese Weise ein buntes Bild, bei dem vorher nichts geplant war. Es macht wirklich viel Spaß, auf diese Weise Bilder zu entwerfen. Und nebenbei ist die Methode auch noch eine gute Übung, die das Auge im Sehen schult und das Ausmalen von Farbflächen trainiert.

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Hier schreiben die beiden Künstler und Maler RZA & Feryal (Christian Gülcan & Ferya Gülcan). Beide Baujahr 1974, mit teilweise unterschiedlichen Einstieg (Grafitti, Zeichnen & Design) in die Acrylmalerei. Wir sind Markeninhaber der Kunstschmiede kooZal und malen hauptsächlich moderne und abstrakte Acrylbilder im Großformat, malen aber auch mit Ölfarben, lieben Druck- & Schablonentechniken und zeichnen viel. Unser eigenes Studio bzw. Atelier befindet sich in Bremen.

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