Lohnt es sich, Online-Malkurse anzubieten?
Viele Künstler malen nicht nur eigene Bilder, sondern geben ihr Wissen auch in Malkursen weiter. Und im digitalen Zeitalter liegt es nahe, solche Kurse ins Internet zu verlegen. Schließlich erreichst du auf diese Weise ein viel größeres Publikum. Nur: Lohnt es sich überhaupt, Online-Malkurse anzubieten? Um die Antwort gleich vorwegzunehmen: Ja! Online-Malkurse können ein guter Weg sein, um deine Bekanntheit als Künstler zu erhöhen und dir ein zusätzliches Standbein aufzubauen.

Allerdings solltest du dabei ein paar Dinge beachten. Welche das sind, erfährst du in diesem Beitrag!:
Inhalt
Keine Hauruck-Lösung
Wenn du nach einer Möglichkeit suchst, um auf die Schnelle Einnahmen zu generieren, sind Online-Malkurse weniger geeignet. Es gibt zwar verschiedene Plattformen, über die du in einer Art Mischung aus Live-Streaming und Video-Chat Inhalte teilen kannst.
Sinnvoll ist diese Variante aber eigentlich nur dann, wenn du schon einen festen Kundenstamm hast. Denn in diesem Fall kannst du deine Unterrichtsmethoden, die sich in der Praxis bereits bewährt haben, einfach ins Internet verlegen.
Deine Malkurse als solche ändern sich also nicht und laufen weiterhin live ab. Nur triffst du deine Kursteilnehmer eben nicht vor Ort, sondern online.
Möchtest du dir mit deinen Online-Malkursen ein Standbein aufbauen, mit dem du nachhaltig Einkommen erzielst, bist du mit vorproduzierten Online-Kursen wesentlich besser beraten.
Für solche Kurse brauchst du zwar Zeit für die Vorbereitung und eine gut durchdachte Vermarktungsstrategie. Aber die Arbeit, die du investierst, zahlt sich langfristig aus.
Die Vor- und Nachteile von vorproduzierten Online-Malkursen
Der größte Pluspunkt eines vorproduzierten Online-Malkurses besteht darin, dass du ihn beliebig oft reproduzieren kannst. Gleichzeitig hebt er die Notwendigkeit auf, persönlich anwesend zu sein.
In anderen Worten ausgedrückt heißt das, dass du einen einmal erstellten Kurs immer wieder verkaufen kannst und dabei mit jedem erneuten Verkauf wieder Einnahmen generierst.
Weil ein vorproduzierter Online-Malkurs unabhängig von Ort und Zeit stattfinden kann, eröffnet er zudem die Chance, viel mehr Menschen zu erreichen. Denn deine Kursteilnehmer können den Kurs an dem Ort und zu dem Zeitpunkt machen, der ihnen am besten liegt.
Dem steht zwar der Nachteil gegenüber, dass du bei einem aufgezeichneten Online-Malkurs keine direkte Interaktion mit deinen Teilnehmern hast.
Allerdings gibt es durchaus Möglichkeiten, um auch in solche Kurse interaktive Lernelemente, Live-Module und Feedbacks einzubetten. Ein weiterer Minuspunkt kann sein, dass du für einen vorproduzierten Online-Malkurs weniger verlangen kannst als für einen Malkurs vor Ort.
Diesen Minuspunkt wiegt aber auf, dass du in einen fertig erstellten Malkurs keine Zeit und Arbeit mehr investieren musst. Außerdem sparst du die Kosten für den Unterrichtsraum und die Materialien zum Malen.
Die wichtigsten Überlegungen bei Online-Malkursen
Entscheidest du dich dazu, (vorgefertigte) Online-Malkurse anzubieten, gilt letztlich dasselbe wie in der analogen Welt: Du brauchst Teilnehmer. Der beste Kurs bringt dich nicht weiter, wenn du niemanden findest, der dein Angebot nutzen möchte.
Das Ziel muss also sein, deine Zielgruppe zu erreichen, auf deinen Kurs aufmerksam zu machen und davon zu überzeugen, für dein Angebot Geld auszugeben.
Recherchierst du zu dem Thema, wirst du schnell feststellen, dass schon jede Menge Online-Malkurse verfügbar sind. Davon solltest du dich aber nicht entmutigen lassen. Denn es gibt ebenso sehr viele Leute, die sich für Kunst interessieren, das Malen lernen möchten und die Vorteile eines Online-Kurses zu schätzen wissen.
Ein Schriftsteller käme ja auch nicht auf die Idee, von seinem nächsten Roman abzusehen, bloß weil es schon viele Bücher gibt.
Der Schlüssel zum Erfolg liegt aber darin, aus der großen Masse hervorzustechen. Und damit das gelingt, solltest du dir im Vorfeld vor allem über folgende Punkte Gedanken machen:
Die Inhalte
Zunächst einmal musst du für dich klären, was genau du in welcher Form vermitteln willst:
- Was ist deine Expertise? Um welches Thema oder welche Technik soll es in deinem Malkurs gehen?
- Wie bereitest du persönlich den Inhalt auf?
- Welchen künstlerischen, kreativen oder technischen Ansatz wählst du, der dich von anderen Anbietern unterscheidet?
- Was macht die Art und Weise, wie du Inhalte vermittelst, besonders?
Je genauer du definierst, was deinen Kurs ausmacht, desto klarer kannst du dein Angebot beschreiben und die richtigen Teilnehmer dafür gewinnen.

Die Zielgruppe
Neben den Inhalten musst du auch festlegen, an wen sich dein Angebot richtet. Möchtest du neue Kunden gewinnen oder vorhandene Kunden ansprechen? Ist dein Kurs für Anfänger, Maler mit etwas Erfahrung oder Profis gedacht?
Du solltest klar benennen können, an wen du dich mit deinem Angebot wendest. Denn zum einen dürften Teilnehmer enttäuscht sein, wenn sie nach dem Kauf feststellen, dass sie etwas ganz anderes erwartet haben.
Doch enttäuschte Kunden werden vermutlich keinen weiteren Kurs von dir kaufen und dein Angebot auch nicht weiterempfehlen.
Zum anderen kannst du viel besser nach geeigneten Kommunikationswegen suchen, wenn du weißt, wen du überhaupt ansprechen willst.
Das Format
Die nächste Entscheidung, die ansteht, ist die Frage, wie du deine Inhalte zur Verfügung stellen willst. Hier gibt es viele verschiedene Möglichkeiten. So kannst du den Malkurs wie einen Blog aufbauen, der erklärende Texte und Anleitungen enthält, die du mit Fotos, Grafiken oder Videos ergänzt.
Eine andere Variante ist ein Online-Malkurs, der komplett aus Videos besteht. Du kannst den Kurs aber auch als E-Mail-Kurs gestalten oder zusätzlich zu den eigentlichen Kursinhalten Live-Streaming-Optionen und Chats anbieten.
Wichtig ist, dass du dich für ein Format entscheidest, mit dem du dich wohlfühlst und das deiner Methode, Wissen zu vermitteln, entgegenkommt.
Es bringt nichts, wenn du einen besonders originellen Kurs erstellen willst, um dich von anderen Anbietern abzuheben, im Umgang mit dem Format aber unsicher oder gehemmt bist.
Die Plattform
Um deinen Malkurs zu vermarkten, brauchst du eine Plattform. Die eleganteste Lösung ist eine eigene Webseite. Hier kannst du nicht nur deinen Online-Malkurs verkaufen, sondern auch dich als Künstler vorstellen.
Du kannst über deine Arbeit berichten, deine Bilder präsentieren und Besuchern Blicke hinter die Kulisse gewähren.
Allerdings musst du dir darüber im Klaren sein, dass es Zeit, Arbeit und Geld kostet, eine eigene Webseite zu betreiben, regelmäßig zu aktualisieren und so zu optimieren, dass du von den Suchmaschinen überhaupt gefunden wirst.
Außerdem musst du dich mit den rechtlichen Vorgaben vertraut machen, die gelten, wenn du kostenpflichtige Angebote bereitstellst.
Eine andere Möglichkeit ist ein Online-Marktplatz. Auf solchen Plattformen bieten verschiedene Künstler ihre Kurse an. Teilnehmer buchen einen Kurs beim Betreiber der Plattform.
Er wickelt auch die Zahlung ab und leitet deinen Anteil an dich weiter. Der Vorteil eines Marktplatzes ist, dass ihn viele Interessenten gezielt aufrufen, wenn sie einen Kurs suchen.
Der Nachteil ist aber, dass die Konkurrenz recht groß ist. Außerdem verdienst du etwas weniger, weil der Betreiber für seinen Service eine Provision bekommt. Oft kannst du auch den Preis für deine Kurse nur in einem bestimmten Rahmen selbst bestimmen.
Um überhaupt auf dich und dein Angebot aufmerksam zu machen, kannst du unter anderem Gastbeiträge auf Kunstseiten und in Blogs veröffentlichen oder auf die sozialen Medien zurückgreifen.
Den eigentlichen Kurs hinterlegst du auf einem Marktplatz und/oder auf deiner Webseite.
Doch wie und wo auch immer du deinen Online-Malkurs anbietest: Wähle den Weg, der sich für dich am besten anfühlt. Nur wenn du von dem überzeugt bist, was du machst, und für dich weißt, was du wem vermitteln willst, erreichst du diejenigen, die genau das suchen, was du zu bieten hast.
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Thema: Lohnt es sich, Online-Malkurse anzubieten?
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