Anleitung für ein farbenfrohes Regenbild

Anleitung für ein farbenfrohes Regenbild 

Viele kennen Wachsmalstifte noch aus ihren Kindertagen. Seinerzeit wurde zwar gerne mit den Stiften gemalt, auch wenn die Farbflächen oft nicht richtig gleichmäßig wurden und die Stifte eher schwierig anzuspitzen waren.

Aber die Stifte können mehr. In Kombination mit Acrylfarben lassen sich nämlich herrlich bunte, moderne Kunstwerke kreieren.

Und wie ein farbenfrohes Regenbild entsteht, erklärt die folgende Anleitung!

 

Die Materialliste für ein farbenfrohes Regenbild

  • ·         Leinwand in gewünschter Größe
  • ·         Acrylfarbe in Weiß und Schwarz
  • ·         ein größerer und ein feiner Borstenpinsel
  • ·         Wachsmalstifte mit Papierumhüllung
  • ·         Heißkleber
  • ·         Schälchen mit Wasser
  • ·         Papier, Bleistift und weiße Tafelkreide für die Motivvorlage
  • ·         etwas Pappe
  • ·         Föhn

 

Die Anleitung für ein farbenfrohes Regenbild

1. Schritt: die Leinwand grundieren

Grundsätzlich könnte der bunte Regen auch auf weißem Hintergrund gestaltet werden. Zum Regenmotiv passt aber ein dunkler Hintergrund besser. Deshalb wird die Leinwand nun grundiert. Dafür kann entweder schwarze Acrylfarbe verwendet werden oder es wird ein dunkler Grauton aus wenig weißer und viel schwarzer Acrylfarbe angemischt.

Um die Grundierung aufzutragen, wird die Acrylfarbe mit einem breiten, flachen Borstenpinsel aufgenommen. Der Pinsel wird dann in Bahnen jeweils von der Oberkante bis zur Unterkante über die Leinwand gezogen. Dadurch entsteht eine gleichmäßige und einheitliche Farbfläche. Die Ränder der Leinwand können ebenfalls grundiert werden. 

 

2. Schritt: das Motiv auf die Leinwand übertragen

Während die Grundierung trocknet, kann das Bildmotiv entworfen werden. Passend zum Regenmotto bietet sich natürlich ein Motiv an, das eine oder mehrere Personen zeigt, die unter einem Regenschirm stehen. Solche Motive sind als Vorlagen im Internet zu finden. Wer kann und möchte, kann sein Motiv aber selbstverständlich auch selbst malen.

Ist ein passendes Motiv gefunden, wird es auf herkömmliches Kopierpapier gezeichnet oder ausgedruckt. Anschließend wird das Papier auf der Rückseite mit weißer Tafelkreide bemalt. Wenn einmal über das Papier gepustet oder das Papier kurz geschüttelt wird, fallen lose Kreideteilchen ab.

Dann wird das Papier mit der Motivseite nach oben und der Kreideseite nach unten an der gewünschten Stelle auf die Leinwand gelegt. Anschließend werden die Konturen des Motivs mit dem Bleistift nachgefahren. Durch die Kreide auf der Rückseite funktioniert das Papier wie Pauspapier und das Motiv wird auf der Leinwand sichtbar.

 

3. Schritt: das Motiv ausmalen

Nachdem das Motiv auf die Leinwand übertragen ist, wird es ausgemalt. Dazu wird ein flacher Borstenpinsel erst in weiße Acrylfarbe und direkt danach in Wasser getaucht. Dann wird der Pinsel an einer Konturlinie angesetzt und in kurzen, waagerechten Strichen zur Flächenmitte hin geführt.

Durch diese Malweise und die verdünnte Acrylfarbe entsteht eine Optik, die an Bleistiftschraffuren erinnert. Sehr schön sieht es aus, wenn die einzelnen Innenflächen des Motivs nicht ganz ausgefüllt werden, sondern dazwischen noch die Grundierung durchschimmert. Das leichte Motiv bildet dann nämlich einen schönen Kontrast zum sehr intensiven und kompakten Farbregen.

Um dem Motiv mehr Tiefe zu verleihen, können zum Schluss die Konturen noch einmal mit unverdünnter Acrylfarbe nachgemalt werden. Dabei kommt der feine Borstenpinsel zum Einsatz.

 

4. Schritt: die Wachsmalstifte anordnen

Für den bunten Farbregen werden nun die Wachsmalstifte auf der Leinwand angeordnet. Ob die Papierumhüllung drangelassen oder entfernt wird, bleibt dem eigenen Geschmack überlassen. Jedenfalls werden die Wachsmalstifte in der gewünschten Farbabfolge dicht nebeneinander festgeklebt.

Dabei werden die Wachsmalstifte so positioniert, dass ihre Enden oben bündig mit der Leinwand abschließen und die Spitzen der Stifte nach unten zeigen. Wichtig ist außerdem, auf jeden Stift reichlich Heißkleber aufzutragen. Denn die Stifte dürfen nicht verrutschen, wenn sie später erwärmt werden.

Was jetzt noch fehlt, ist eine Abdeckung für das Motiv. Ohne diesen Schutz würde der Farbregen über das Motiv laufen und es wäre nicht mehr zu sehen. Als Abdeckung dient ein Stück Pappe. Die Pappe sollte so breit sein wie der Regenschirm des Motivs und wird auch in dieser Form gebogen. Anschließend wird die Pappe mit wenig Heißkleber so auf der Leinwand befestigt, dass sie der Linie des Regenschirms folgt. Keine Sorge, der Heißkleber lässt sich später problemlos wieder entfernen. 

 

5. Schritt: den Farbregen gestalten

Jetzt beginnt der spannende Teil, denn nun werden die Wachsmalstifte in den Farbregen verwandelt. Dazu wird die Leinwand senkrecht aufgestellt. Anschließend werden die Wachsmalstifte mit dem Föhn erwärmt, bis sie schmelzen. Der Föhn wird dabei schräg von oben und gleichmäßig über alle Wachsmalstifte geführt. Nach einigen Minuten werden die Wachsmalstifte weich und die Farben verlaufen als bunter Regen über die Leinwand.

Damit der Farbregen mehr Tiefe erhält, können zwischendurch immer mal wieder Pausen eingelegt werden, in denen die Wachsschichten leicht antrocknen. Wenn die Stifte dann erneut erwärmt werden, legen sich die Farben in mehreren Schichten und mit spannenden Strukturen übereinander.

Ist der Farbregen fertig, muss das Bild abkühlen. Dann kann die Pappabdeckung über dem Bildmotiv vorsichtig entfernt werden. Sollten kleine Macken zurückbleiben, können sie mit etwas Acrylfarbe ausgebessert werden. Fertig!

 

Variationsmöglichkeiten

Ein bunter Farbregen auf dunklem oder hellem Grund ist natürlich nur eine Möglichkeit, wie Acrylfarben und geschmolzene Wachsmalstifte miteinander kombiniert werden können. Es gibt unzählige Ideen, die mit dieser Technik umgesetzt werden können. Hier ein paar Anregungen:

·         Der Hintergrund kann hell grundiert und das Motiv in Schwarz ausgemalt werden. Für den Farbregen werden Wachsmalstifte in nur einem Farbton verwendet, beispielsweise in verschiedenen Blautönen.

·         Die Leinwand wird sandfarben oder grau grundiert. Aus Wachsmalstiften in mehreren Beige- und Brauntönen wird dann eine Höhle gestaltet.

·         Mit Acrylfarben wird der Hintergrund angelegt und ein großer, brauner Baumstamm gemalt. An diesem Baumstamm kann eine Schaukel befestigt sein, auf der eine Person schaukelt. Ein Farbregen aus grünen Wachsmalstiften bildet dann die Blätter.

·         Mit Acrylfarben wird ein Landschaftsbild gemalt. Anschließend werden beigefarbene, grüne oder blaue Wachsmalstifte aufgeklebt und geschmolzen, die Sand, Gras, den Himmel oder das Meer darstellen.

·         Die Wachsmalstifte können mittig auf der Leinwand angeordnet werden, beispielsweise als Kreis, als Quadrat oder als Herz. Beim Schmelzen wird die Leinwand gedreht, damit die Farben gut verlaufen können.

·         Kleine Stücke von Wachsmalstiften können auf die Leinwand gelegt und geschmolzen werden. Dadurch entstehen bunte Farbkleckse, die anschließend mit Acrylfarben zu Blumen ausgearbeitet werden können.

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