Mit Acrylfarben aquarellieren – Infos und Tipps dazu

Mit Acrylfarben aquarellieren – Infos und Tipps dazu

Mit Acrylfarben aquarellieren – Infos und Tipps dazu

 

Die Aquarellmalerei hat ihren ganz eigenen Charakter. Sie stellt die Motive auf charmante Art wie spontane Skizzen dar und wirkt dabei einzigartig leicht und transparent. Wenige Flächen und Linien reichen aus, um das Motiv abzubilden und gleichzeitig in leuchtenden Farben erstrahlen zu lassen. Normalerweise entstehen Aquarellbilder mithilfe spezieller Aquarellfarben.

Für Aquarellbilder in großem Format und auf Leinwand sind Acrylfarben jedoch besser geeignet. Dies liegt daran, dass sich Aquarellfarben und Leinwände nicht optimal miteinander vertragen. Gleichzeitig sind Acrylfarben echte Multitalente und eignen sich somit auch für die Aquarelltechnik sehr gut. Aber wie werden Aquarellbilder mit Acrylfarben gemalt und worauf gilt es zu achten?

 

Hier die wichtigsten Infos und Tipps zum Aquarellieren mit Acrylfarben in der Übersicht:

 

Mit Acrylfarben aquarellieren – etwas Grundwissen vorab

Aquarellfarben sind in erster Linie dafür konzipiert, auf Aquarellpapier vermalt zu werden. Auf Leinwand binden die Farben nicht optimal ab. So trocknen Aquarellfarben auf Leinwand nicht völlig wasserfest auf, was sich vor allem dann bemerkbar macht, wenn weitere Farbschichten aufgebracht werden. Hinzu kommt, dass die Farbpigmente nur bedingt lichtecht sind und die Aquarellfarben auf der Leinwand eher stumpft wirken.

Soll ein Aquarellbild mithilfe von Acrylfarben gemalt werden, werden die Farben letztlich genauso verwendet wie Aquarellfarben. An der Aquarelltechnik ändert sich somit nicht viel, sondern lediglich die Farben werden ausgetauscht. Ratsam ist deshalb, sich vorab mit den Grundtechniken der Aquarellmalerei zu beschäftigten.

Die drei wichtigsten Vorgehensweisen in diesem Zusammenhang sind das Lasieren, das Lavieren und die Nass-in-nass-Technik. Die Farben werden in einer dünnflüssigen Konsistenz verwendet, wobei helle Farbtöne vor allem durch die Zugabe von Wasser entstehen. Weiß kommt in der Aquarellmalerei nicht zum Einsatz. Bildstellen, die weiß bleiben sollen, werden stattdessen einfach ausgespart.  

 

Mit Acrylfarben aquarellieren – der Malgrund

Da der Farbauftrag in sehr dünnen Schichten erfolgt und der Malgrund nicht nur Bildträger ist, sondern an den jeweiligen Stellen sichtbar bleibt und so die Funktion von weißer Farbe übernimmt, spielt die Qualität von Acrylfarben und Leinwand beim Aquarellieren eine wichtige Rolle.

Deshalb sollten zum einen hochwertige Acrylfarben verwendet werden, die auch dann noch intensiv leuchten, wenn sie stark verdünnt sind. Zum anderen ist eine gute Vorbereitung des Malgrunds wichtig. Bei den meisten Leinwänden, die als gebrauchsfertig grundierte Malgründe erhältlich sind, besteht die Grundierung aus Gesso oder Kreidegrund. Ein solcher saugender Untergrund hat jedoch zur Folge, dass die dünnen, transparenten Farbschichten matt und stumpf wirken. Zudem könnte sich die Grundierung durch die hohen Wasseranteile anlösen.

Ratsam ist daher, die Leinwand zusätzlich mit einer dünnen Schicht aus weißer Acrylfarbe zu grundieren. Dadurch wird die Leuchtkraft der aufgetragenen Farbschichten verstärkt.

Die Leinwand selbst sollte eine möglichst feine, feste und gleichmäßig glatte Oberflächenstruktur haben. Andernfalls könnten die Schatten, die sich durch gröbere und deutlich sichtbare Strukturen auf der Leinwandoberfläche ergeben, dem Aquarell die leichte und transparente Bildwirkung nehmen.

 

Mit Acrylfarben aquarellieren – die Maltechniken

Beim Aquarellieren mit Acrylfarben werden, wie generell in der Aquarellmalerei, vor allem drei Maltechniken angewendet:

 

1.       Lasieren.

Als wahre Alleskönner eignen sich Acrylfarben sehr gut für Lasuren. Allerdings würden die Farbpigmente nicht ausreichend auf dem Malgrund haften, wenn die Farben sehr stark mit Wasser verdünnt werden. Deshalb müssen die Acrylfarben für Acryllasuren mit Acrylbinder vermischt werden.

Um eine Acrylfarbe für Lasuren anzurühren, wird zunächst etwas von der gewünschten Farbe mit etwa der gleichen Menge Acrylbinder vermischt. Eine genaue Dosierung ist hierbei aber nicht unbedingt notwendig, denn Acrylbinder kann sogar unverdünnt vermalt werden und trocknet so oder so wasserfest auf. Anschließend wird soviel Wasser hinzugefügt, bis die gewünschte Farbwirkung erzielt ist.

Der Wasseranteil kann dabei dreimal so hoch sein wie das Gemisch aus Acrylfarbe und Acrylbinder, genauso aber auch das 20fache davon betragen. Neben Acrylbinder sind im Künstlerbedarf auch andere spezielle Malmittel für eine lasierende Malweise erhältlich. Die meisten Malmittel haben Reinacrylat als Basis. Dadurch trocknen sie zwar farblos und wasserfest auf, sind im feuchten Zustand jedoch milchig weiß.

Dies wiederum führt dazu, dass die spätere tatsächliche Farbwirkung umso schwerer zu beurteilen ist, je mehr Malmittel der Farbe beigemischt wurde. Ratsam ist deshalb, vorab mit ein paar Probeanstrichen zu experimentieren. Sollen die Lasuren matt wirken, kann den Farben außerdem ein mattes Acrylmedium hinzugefügt werden. Die fertig angerührte Acrylfarbe wird nun mit dem Pinsel in sehr dünnen Farbschichten auf den Malgrund aufgetragen.

Um einen gleichmäßigen Farbauftrag sicherzustellen und die Zeitspanne, bis die Lasuren trocken sind, zu verlängern, kann die Leinwand direkt vor dem Bemalen ganz leicht mit etwas sauberem Wasser angefeuchtet werden. Die aufgemalten Lasuren müssen dann gut durchtrocknen, bevor die nächsten Farbschichten aufgetragen werden. Durch ein Zwischen- und später ein Schlussfirnis können die Lasuren fixiert werden.

Gleichzeitig entsteht so aber eine gleichmäßig glänzende oder matte Oberfläche, die die einzelnen Farbaufträge zu einer Fläche verschwimmen lässt. Lebendiger wirkt ein Aquarellbild deshalb, wenn auf Zwischen- und Schlussfirnisse verzichtet wird.

 

2.       Lavieren.

Während durch Lasuren Farbflächen angelegt werden, dient das Lavieren zum Gestalten von Farbverläufen. Beim Aquarellieren verlaufen die Farben dabei meist vom Farbton ins Farblose. Dafür wird eine eben aufgetragene, noch feuchte Farbe zu einer Seite hin immer wieder mit Wasser übermalt, bis sie mehr oder weniger ausgewaschen ist und fast durchsichtig wirkt.

Durch das Lavieren können aber auch zwei Farbflächen miteinander verbunden werden. Hierfür werden die beiden Lasuren als zwei eigenständige Farbflächen auf den Malgrund aufgebracht und anschließend an der gewünschten Verbindungsstelle ebenfalls mit Wasser übermalt, bis sie weich ineinanderverlaufen.  

Nass-in-nass-Technik.

Farben, die zufällig ineinander zu verlaufen scheinen, sind ein charakteristisches Merkmal von Aquarellbildern. Erzielt wird diese Wirkung durch die Nass-in-nass-Technik. Dabei wird der Malgrund zuerst mit klarem Wasser oder einer farbigen Lasur befeuchtet.

In die nasse Fläche wird dann mit wenig verdünnter Acrylfarbe gemalt, wodurch die Farbe verläuft und sich eine Fläche mit spontan entstandenen Rändern ergibt. Je stärker die Acrylfarbe verdünnt und je feuchter der Malgrund ist, desto unkontrollierter verteilt sich die Farbe.

Insofern kann der Künstler ein wenig Einfluss nehmen, indem er beispielsweise nur bestimmte Bildstellen anfeuchtet oder die Acrylfarbe in einer eher dickflüssigeren Konsistenz vermalt. Wirklich steuern lassen sich die Farbverläufe bei der Nass-in-nass-Technik jedoch nicht, wobei dies letztlich auch ein Stück weit ihren besonderen Reiz ausmacht.

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