Übersicht: die interessantesten Kunsthäuser in Deutschland 

Wer an Museen und Kunsthäuser denkt, hat im ersten Moment oft Bilder, Gemälde, Skulpturen und Plastiken alter Meister und großer Künstler vor Augen, die in einem leicht angestaubten und ehrfurchtsvollen Ambiente präsentiert und ruhig, diszipliniert und immer mit einer angemessenen Distanz betrachtet werden.

Aber es geht auch anders, denn Kunst kann genauso auch spannend, lebendig und im wahrsten Sinne des Wortes zum Anfassen präsentiert werden.

Viele Kunsthäuser laden nicht nur dazu ein, den Dauerbestand zu erkunden und die immer wieder neu zusammengestellten Sonderausstellungen zu entdecken, sondern bieten darüber hinaus beispielsweise Workshops mit Künstlern, Experimentierräume für Kunst zum Selbermachen und kindgerechte Führungen. Damit kann der Besuch zu einem Erlebnis werden, das sowohl für Erwachsene als auch für Kinder spannend ist und mitunter fast schon ein wenig Abenteuercharakter hat. In Deutschland gibt es eine ganze Reihe sehenswerter Kunsthäuser, die allesamt wirklich einen Besuch wert sind.

 

Einige der interessantesten Kunsthäuser in Deutschland
stellt die folgende Übersicht vor:
 

 

Die Hamburger Kunsthalle entstand auf eine Initiative der Bürger hin im frühen 19. Jahrhundert und ab Mitte des 19. Jahrhunderts stand die seinerzeit noch recht überschaubare Kunstsammlung der Öffentlichkeit zur Verfügung. Heute umfasst das auf den Hamburger Wallanlagen gelegene Gelände der Kunsthalle über 13.000 Quadratmeter.

Die Schwerpunkte liegen auf der Kunst in und um Hamburg, der Kunst um 1900 und der Kunst der Gegenwart. Dabei wächst die Kunstsammlung kontinuierlich weiter, denn eines der Hauptaugenmerke der Hamburger Kunsthalle liegt darauf, Kunst zu sammeln, zu konservieren und zu restaurieren. Zu den besonderen Highlights der Hamburger Kunsthalle gehören unter anderem wechselnde Sonderausstellungen sowie verschiedene Projekte für Kinder.

 

Das Kunsthaus Kannen in Münster befindet sich auf einem Gelände, das zunächst zu einem Guthaus gehörte und später als Fachklinik für Psychiatrie genutzt wurde. In den 1980er-Jahren wurde damit begonnen, die Werke begabter Patienten, die im Zuge der Kunst-, Ergo- und Musiktherapien entstanden waren, zu sammeln. 1990 wurde ein Haus auf dem Klinikgelände als Kunsthaus eingerichtet und seit 1994 gibt es regelmäßig Ausstellungen.

Im Jahre 2000 schließlich entstand ein Neubau, auf dem heute etwa 5000 der gesammelten Kunstwerke auf einer Fläche von rund 600 Quadratmetern ausgestellt werden. Neben dem Ausstellungssaal bietet das Kunsthaus Ateliers und eine kleine Bibliothek. Das Kunsthaus Kannen arbeitet mit vielen verschiedenen Universitäten, Kliniken und Museen zusammen und ist daher genauso wie die ausstellenden Künstler international bekannt.

Regelmäßig finden Events statt, bei denen die Begegnungen zwischen Künstlern mit und ohne Behinderung im Vordergrund stehen. Die Schwerpunkte des Kunsthauses liegen auf der sogenannten Outsider Art und der zeitgenössischen Kunst. Zu den besonderen Highlights gehören Projektarbeiten, Workshops sowie Führungen und Vorträge.

 

Im Museum Folkwang in Essen steht die Kunst des 19. Jahrhunderts, der klassischen Moderne und die Kunst des 20. Jahrhunderts bis heute im Mittelpunkt. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der deutschen und französischen Malerei. Auf rund 7.000 Quadratmetern werden Bilder, Plastiken und einige Künstlernachlässe präsentiert.

Zudem ist das Museum seit 1978 im Besitz einer fotografischen Sammlung, die über 50.000 Fotografien umfasst. Hinzu kommen unzählige Plakate, die aus der Zusammenarbeit mit dem Deutschen Plakat Museum resultieren, sowie eine Sammlung von rund 1.300 antiken, außereuropäischen und kunstgewerblichen Objekten aus der Zeit zwischen 4.000 vor Christus und dem 19. Jahrhundert.

Als besondere Highlights bietet das Museum unter anderem Fotocamps, Ferienakademien für Kinder und Jugendliche sowie Treffen zwischen Künstlern und Kunstfans.

  

Die Pinakothek der Moderne in München bildet zusammen mit der Alten und der Neuen Pinakothek und zwei weiteren Museen das Kunstareal München. Das Gebäude wurde von dem Architekten Stephan Braunfels entworfen und ihm gelang es mithilfe von Panoramafenstern im Untergeschoss und großen Oberlichtern im Obergeschoss, eine Beleuchtung weitgehend mit natürlichem Licht zu realisieren.

Die Pinakothek der Moderne bietet eine Ausstellungsfläche von rund 12.000 Quadratmetern und beherbergt eine der größten Sammlungen für moderne und zeitgenössische Kunst weltweit, die in vier Sammlungen aufgeteilt ist. Die Sammlung Moderne Kunst umfasst 4.400 Kunstwerke von der klassischen Moderne über die Nachkriegszeit bis zur Gegenwart.

Die Staatliche Graphische Sammlung besteht aus 400.000 Zeichnungen und Druckgrafiken zwischen dem 15. und dem 21. Jahrhundert, während sich im Architekturmuseum der Technischen Universität rund 500.000 Architekturzeichnungen und Fotografien befinden. Die Neue Sammlung setzt sich aus etwa 80.000 Werken aus den Bereichen Kunsthandwerk und Design zusammen.   

   

Die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe erstreckt sich über knapp 7.500 Quadratmeter Ausstellungsfläche und teilt sich in drei nebeneinander liegende Gebäude auf. Im Hauptgebäude und in der Orangerie werden die meisten Werke der Dauerausstellung gezeigt, die Junge Kunsthalle ist meist Schauplatz für Sonderausstellungen.

Ihre Schwerpunkte legt die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe auf die deutsche, die niederländische und die französische Malerei, daneben gibt es ein Kupferstichkabinett und eine Kunstbibliothek. Besonders erwähnenswert ist das Konzept der Sonderausstellungen.

So werden die Werke hier nicht nur nach Themen arrangiert, sondern auch das Licht und die Räume werden angepasst, beispielsweise durch schwarze anstelle von weißen Wänden. Zu den weiteren Highlights gehören neben der Museumsnacht unter anderem regelmäßige Kunstwerkshops und Malwerkstätten. 

   

Das Wallraf-Richartz-Museum in Köln gehört zu den traditionsreichsten Kunsthäusern in Deutschland. Es wurde 1824 gegründet und zeigt auf etwa 3.500 Quadratmetern Ausstellungsfläche Grafiken und Malereien zwischen dem Mittelalter und dem 20. Jahrhundert. Das Gebäude, in dem das Museum heute untergebracht ist, wurde nach einem Entwurf des Architekten Oswald Mathias Unger im Jahre 2001 errichtet.

Die Schwerpunkte des Museums liegen auf mittelalterlicher Kunst, der Fondation Courboud mit impressionistischen Werken und Grafiken, christlichen Kunstwerken und der Kunst der 20. Jahrhunderts. Ein besonderes Highlight ergibt sich durch die museumspädagogische Arbeit, die neben Workshops und Malwerkstätten auch Führungen umfasst, die speziell auf die jeweilige Altersgruppe ausgerichtet sind oder sich mit einem bestimmten Thema befassen.

Weiterführende Anleitungen und Tipps für die Acrylmalerei:

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