Grundanleitung für Acrylnägel  

Gepflegte Hände gehören zu einem ansprechenden Erscheinungsbild unbedingt dazu. Gerade die Nägel sind aber oft großen Belastungen ausgesetzt und nicht immer sind die Naturnägel kräftig genug, um sie etwas länger zu tragen.

Abhilfe können in diesem Fall Kunstnägel schaffen, die oft auch die Basis für ein ausgefallenes Nageldesign bilden.

Kunstnägel gibt es in unterschiedlichen Varianten, beispielsweise aus Gel oder aus Fiberglas. Eine weitere sehr beliebte Form sind Acrylnägel und die wichtigsten Infos sowie eine Grundanleitung für Acrylnägel sind im Folgenden zu finden:

   

Eine Infos zu Acrylnägeln vorab

Die Wurzeln des Verfahrens, das bei Acrylnägeln zur Anwendung kommt, liegen in der Zahntechnik. In den USA wurde das Verfahren dann für die Nagelmodellage entdeckt und auch wenn die Materialien kontinuierlich weiterentwickelt wurden, hat sich an der grundlegenden Technik nichts geändert. So basiert die Modellage von Acrylnägeln auf einer Technik, bei der Acryl in Pulverform mit flüssigem Acryl kombiniert wird.

Beim flüssigen Acryl handelt es sich um ein Monomer und damit um eine chemische Verbindung aus reaktionsfähigen, aber nicht miteinander verbundenen Molekülen. Das Acrylpulver wiederum ist als Polymer eine chemische Verbindung aus gleichartigen, miteinander verbundenen Molekülen. Diese beiden Bestandteile werden mithilfe eines Pinsels miteinander vermischt und anschließend direkt auf die Nägel aufgetragen. Anders als bei Gelnägeln, bei denen die aufgetragene Substanz unter einer UV-Lampe aushärten muss, sorgt bei Acrylnägeln die chemische Verbindung dafür, dass die Nägel auch ohne eine weitere Zusatzbehandlung von alleine trocknen und aushärten.

Ein großer Pluspunkt von Acrylnägeln liegt darin, dass sie sehr widerstandsfähig, hart und stabil sind. Zudem können Acrylnägel, die manchmal auch Porzellannägel genannt werden, dünner modelliert werden als Gelnägel, was sie dann auch natürlicher aussehen lässt. Vorteilhaft ist außerdem, dass sich die Acrylbeschichtung mit Aceton problemlos wieder ablösen lässt. Ein Nachteil liegt darin, dass Acrylnägel nicht mit dem Naturnagel mitwachsen.

Je nach Nagelwachstum müssen die Nägel daher etwa alle zwei bis sechs Wochen aufgefüllt werden. Ein weiterer kleiner Minuspunkt ist der Geruch, der beim Anmischen und Auftragen der Komponenten entsteht und mitunter als unangenehm empfunden wird. 

   

Grundanleitung für Acrylnägel

Acrylnägel werden in nahezu jedem Nagelstudio angeboten und sind preislich gesehen oft auch etwas günstiger als Gelnägel. Damit Acrylnägel schön, gleichmäßig und natürlich aussehen, ist zwar etwas Erfahrung notwendig, mithilfe von entsprechenden Sets für den Hausgebrauch können die Nägel aber auch selbst modelliert werden.

 

Die Grundanleitung gliedert sich dabei in folgende Schritte:

1.
Als erstes müssen die Hände und Nägel gründlich gereinigt und desinfiziert werden. Dies ist deshalb sehr wichtig, weil auf diese Weise Infektionen vermieden werden, zudem halten die Acrylnägel besser. Nach dem Desinfizieren sollte der Naturnagel nach Möglichkeit nicht mehr berührt werden. 

2.
Je nach Länge wird der Naturnagel nun zuerst etwas gekürzt, denn er darf auf keinen Fall mehr als 2mm überstehen. Danach wird der Nagel mit dem Buffer mattiert und leicht angeraut, allerdings natürlich ohne die Oberfläche des Naturnagels dabei zu beschädigen.

3.
Der Schleifstaub wird am besten mit einem Staubpinsel entfernt. Anschließend wird ein Cleaner verwendet, der den Naturnagel noch einmal reinigt und letzte Fettrückstände beseitigt.   

4.
Auf den Naturnagel wird jetzt ein sogenannter Primer, das ist ein Haftvermittler, aufgetragen. Danach wird die Schablone angelegt. Dazu wird die Schablone so auf den Finger aufgelegt, dass die Nagelspitze auf der Schablone liegt. Vorne wird die Schablone zu einer Spitze zusammengeklebt, an den Seiten wird die Schablone nach hinten um den Finger herumgelegt. 

5.
Nun kann die eigentliche Nagelmodellage beginnen. Dafür wird der Pinsel erst in das Liquid und danach in das klare Acrylpulver getaucht. An der Pinselspitze bildet sich dadurch eine etwa erbsengroße Kugel. Diese Kugel wird komplett verteilt, und zwar zum einen auf dem Naturnagel und zum anderen bis zur gewünschten Länge des Kunstnagels auf der Schablone. Zwischendurch wird der Pinsel dabei immer wieder in das Liquid getaucht, um ihn auf diese Weise zu reinigen.

6.
Ist die erste Schicht getrocknet, wird der Pinsel wieder erst in Liquid und danach in das weiße Acrylpulver getaucht. Damit wird die Nagelspitze modelliert, also der Teil des Kunstnagels, der sich auf der Schablone befindet.

7.
Wenn auch die Nagelspitze getrocknet ist, werden mit dem Pinsel Liquid und rosafarbenes Acrylpulver aufgenommen. Dieses Gemisch wird auf den hinteren Teil des Nagels, also auf den Naturnagel bis zur weißen French-Linie, aufgetragen.

8.
Nun folgt noch eine letzte Schicht, dieses Mal wieder mit klarem Acrylpulver. Wichtig hierbei ist aber, Unebenheiten sofort auszugleichen, denn später lassen sich diese kaum noch entfernen. Ist die letzte Schicht aufgetragen, wird der Pinsel in Liquid gereinigt und danach zum Trocknen waagerecht hingelegt.

9.
Ist der Acrylnagel getrocknet, wird die Schablone abgenommen. Mithilfe einer sogenannten Zebra-Feile, die eine Stärke von 100/100 hat, wird der Acrylnagel in Form gefeilt.

10.
Jetzt erhält der Nagel noch seinen Feinschliff. Dafür wird die Oberfläche zuerst mit einem Buffer geglättet und danach mit dem Cleaner gereinigt. Anschließend kommt ein Vier-Seiten-Polierblock zum Einsatz. Mit der körnigsten Seite wird begonnen, den Nagel zu polieren, danach geht es mit den nächst weicheren Körnungen weiter. Wurde der Nagel mit allen vier Seiten des Polierblock poliert, ist er fertig.

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