Basisanleitung: Collagen mit Acrylfarben 

Viele, die die Acrylmalerei einmal ausprobiert haben, sind begeistert davon, wie unkompliziert und vielseitig die leuchtstarken Farben zu verarbeiten sind. Anders als beispielsweise Ölfarben neigen Acrylfarben nicht zu Rissen und ermöglichen durch die deutlich kürzeren Trocknungszeiten ein zügiges Arbeiten.

Im Unterschied zu Aquarellfarben lässt sich der Farbauftrag viel einfacher kontrollieren, wobei Acrylfarben durch entsprechende Malmittel oder die Zugabe von Wasser in den verschiedensten Konsistenzen verarbeitet werden können.

Außerdem eignen sich Acrylfarben hervorragend für Collagen. Collagen sind Bilder, bei denen sich unterschiedliche Materialien zu einem Gesamtbild zusammensetzen. Sind die einzelnen Elemente nicht zu kompakt, können sie unmittelbar in die Acrylfarben eingebettet werden, ohne dass ein zusätzlicher Klebstoff notwendig wäre.

Selbstverständlich sind der Phantasie und Kreativität aber keine Grenzen gesetzt, so dass durchaus auch größere und schwerere Elemente Bestandteil des Acrylbildes werden können. In diesem Fall ist allerdings wichtig, darauf zu achten, dass der verwendete Malgrund ausreichend stabil ist. Insgesamt gehören Collagen zu den Bildern, die sehr viel Raum für eigene Ideen lassen.

Daher gibt es letztlich auch keine verbindlichen Regeln, die festlegen, wie eine Collage angefertigt werden muss. Dennoch gibt es grundlegende Vorgehensweisen, die sich in der Praxis bewährt haben. Diese werden im Folgenden im Sinne einer Basisanleitung für Collagen mit Acrylfarben erklärt. 

 

Collagen mit Acrylfarben gestalten – eine Basisanleitung

 

1. Arbeitsschritt: die Vorbereitungen

Zunächst einmal wird ein Motiv für die Collage benötigt. Ob es sich dabei um ein gegenständliches Motiv, ein Portrait oder eine abstrakte Malerei handelt, bleibt natürlich dem eigenen Geschmack überlassen. Passend zu dem ausgedachten Motiv werden als nächstes die Materialien zusammengestellt, die in die Collage eingebettet werden sollen.

Bei diesen Materialien kann es sich beispielsweise um Stücke von Zeitungspapier, Papierkugeln, Seil oder Faden, Steine, Federn, Blätter, Perlen, Verbände und Pflaster, Stoffstücke, kleine Äste, Haushaltsgegenstände wie Schwämme, Spültücher oder Besteck und allerlei andere Elemente handeln. Die Elemente können dabei entweder mit ihrem tatsächlichen Sinn oder zweckentfremdet in das Bild integriert werden.

Das bedeutet, eine Gabel kann beispielsweise tatsächlich eine Gabel darstellen, genauso aber auch die Basis für einen Baum bilden. Sind alle Materialien zusammengestellt, geht es mit der Vorbereitung des Malgrundes weiter. Vor allem bei einem gegenständlichen Motiv kann es sinnvoll sein, das Motiv vorzuzeichnen. Zudem kann der Malgrund bereits vor dem Farbauftrag mit Strukturpaste bearbeitet werden.

Die Strukturpaste wird dazu in Klecksen auf dem Malgrund verteilt und mit einem Spachtel, einem Stück Holz, dem Pinselstiel oder einem anderen Malwerkzeug in die gewünschte Form gebracht. Damit die Strukturen später jedoch gut zu erkennen sind, sollten sie nicht zu fein und detailliert ausgearbeitet werden. Möglich ist außerdem, bereits jetzt einige Elemente auf dem Malgrund zu fixieren, die später dann übermalt werden und somit nur noch als reliefartige Strukturen erhalten bleiben. 

   

2. Arbeitsschritt: die ersten Farbschichten

Nachdem die aufgetragene Strukturpaste vollständig getrocknet ist, können die ersten Acrylfarben aufgetragen werden. Dabei ist sinnvoll, die Collage von hinten nach vorne aufzubauen. Das bedeutet, zuerst werden der Hintergrund und die weiter zurückliegenden Schichten gestaltet, danach dann die Bildebenen, die sich im Vordergrund befinden.

In die einzelnen Schichten können dann auch immer wieder weitere Elemente eingebettet werden. Die Elemente können dabei vollständig, nur teilweise oder gar nicht übermalt werden. Insgesamt ist jedoch ratsam, nicht zu viele Elemente und zu viele unterschiedliche Farben zu verwenden.

Andernfalls besteht nämlich die Gefahr, dass die Collage insgesamt viel zu unruhig wirkt und einzelne Bildelemente nicht mehr zur Geltung kommen. 

 

3. Arbeitsschritt: die Ausgestaltung

Nachdem die einzelnen Farbflächen aufgetragen und die Bildelemente eingearbeitet sind, müssen die Acrylfarben vollständig trocknen. Danach kann die Collage ihren finalen Schliff erhalten, indem beispielsweise Lichter und Schatten gesetzt werden. Sehr lebendige Effekte ergeben sich außerdem, wenn vereinzelt Farbakzente in einer Kontrastfarbe gesetzt werden.

Dazu wird nur sehr wenig Farbe auf einen weichen Borstenpinsel aufgenommen und der Pinsel anschließend locker, recht schnell und mit nur ganz leichtem Druck über einzelne Stellen auf der Collage geführt. Die Farbe hinterlässt dabei nur an den erhabenen Stellen feine Farbakzente, die dem Gesamtbild aber einen lebendigen Ausdruck verleihen.

Vor jedem weiteren Farbauftrag und den nachfolgenden Veränderungen sollte ab jetzt jedoch innegehalten und die Collage mit etwas Abstand betrachtet werden. Vor allem weniger erfahrene Hobby-Künstler neigen bei Collagen, aber auch bei Bildern im Allgemeinen nämlich dazu, es zu gut zu meinen und weiterzumalen, obwohl das Bild eigentlich schon fertig und jeder weitere Pinselstrich letztlich bereits zu viel ist.  

 

4. Arbeitsschritt: die Fertigstellung

Ist die Collage fertig und vollständig durchgetrocknet, sollte ein transparenter Lack über die gesamte Bildfläche aufgesprüht werden. Diese Lackschicht schützt vor allem die eingearbeiteten Bildmaterialien und die reliefartigen Strukturen vor Staub und Verschmutzungen, zudem fungiert der Lack als zusätzliche Fixierschicht.

Hier ein kleines Video zu fertigen Acrylbilder-Collagen:

Weiterführende Anleitungen und Tipps zur Acrylmalerei:

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