Die wichtigsten Fragen und Antworten zu Airbrush

Die wichtigsten Fragen und Antworten zu Airbrush

Die wichtigsten Fragen

und Antworten zu Airbrush

 

Wörtlich übersetzt bedeutet das englische Wort Airbrush soviel wie Luftbürste oder Luftpinsel. Damit ist eigentlich auch schon recht gut beschrieben, um was es bei dieser Technik geht, denn die Farbe wird mithilfe von Druckluft durch die Düse einer Spritzpistole auf den Malgrund gesprüht.

Heute ist Airbrush aus der Industrie und dem Modellbau nicht mehr wegzudenken, aber auch in der Illustration und im künstlerisch-kreativen Bereich ist die Technik von Bedeutung.

Aber was ist das Besondere an Airbrush, wo findet es Anwendung und welche Materialien werden benötigt?

Hier die wichtigsten Fragen und Antworten zu Airbrush in der Übersicht:

 

Ist Airbrush Kunst oder Technik?

Wo genau die Wurzeln der Airbrush-Technik liegen, ist umstritten. Einige sehen sie bereits in der Steinzeit und begründen ihre Haltung mit Beispielen von verschiedenen Höhlenmalereien. Andere sehen Charles Burdick als denjenigen, der die Grundlagen für das Airbrush legte. Wieder andere benennen den amerikanischen Arzt Allen De Vilbiss, der als Erfinder der Spritzpistole gilt, Abner Peeler oder Jens A. Paasche als Schlüsselfiguren.

Das Patent für die erste Airbrush-Pistole wiederum erhielt Francis Edgar Stanley im Jahre 1876. Unabhängig davon, wie alles begann, spielte Airbrush zunächst im Retuschierbereich eine Rolle. So wurde die Technik vor allem dort eingesetzt, wo die Fotografie an ihre Grenzen stieß.

Das Retuschieren und Kolorieren von Fotos wurde später dann auf farbige Illustrationen ausgeweitet und das Airbrush hielt in Form von Postern, Anzeigen und Cartoons Einzug in die Werbung, die Presse und den Zeichentrickfilm. Nach ein paar Höhen und Tiefen etablierte sich die Maltechnik mittels Spritzpistole dann als fester Bestandteil in der Industrie und im Modellbau, aber auch in Bereichen wie dem Make-up, dem Bodypainting oder dem Nageldesign.  

In der Kunst hingegen hatte es das Airbrush vergleichsweise schwer. Durch Stile wie Bauhaus und Pop Art wurde die Maltechnik für die Kunst entdeckt und der Fotorealismus entwickelte sich zum klassischen Betätigungsfeld. Trotzdem wurde Airbrush erst in den 1970er-Jahren als Kunstrichtung anerkannt, wobei die Kunstszene bis heute darüber diskutiert, ob Airbrush wirklich eine Form von echter Kunst ist.

So argumentieren Kritiker beispielsweise damit, dass es bei Airbrush anders als beim Malen oder Zeichnen keinen direkten Kontakt zwischen dem Malwerkzeug und dem Malgrund gibt. Ein anderes Argument besagt, dass sich Kunst durch die individuelle Handschrift des Künstlers kennzeichnet. Während beim Malen mit einem Pinsel oder beim Zeichnen mit einem Stift selbst die kleinsten Handbewegungen des Künstlers sichtbar bleiben, fehle diese Individualität beim Airbrush.

Dies wiederum sei zum einen der Technik geschuldet, hänge zum anderen aber auch damit zusammen, dass sich die verwendeten Schablonen und Vorlagen oftmals ähneln. Daneben stört sich so mancher Vollblutkünstler schlichtweg an dem hohen technischen Anteil, den das Airbrush mit sich bringt. Befürworter wiederum führen an, dass es gerade die Mischung aus Technik und Kreativität sei, die diese Kunstform ausmache. Zudem gäbe es kaum eine andere Technik, die es ermögliche, in ähnlich beeindruckender Form fotorealistische Kunstwerke zu schaffen.

 

Welche Werkzeuge

kommen bei Airbrush zum Einsatz?

Die beiden wesentlichen Werkzeuge beim Airbrush sind die Spritzpistole und der Kompressor. Der Körper der Spritzpistole sieht ungefähr so aus wie ein etwas zu groß geratener Kugelschreiber. Über einen Bedienhebel werden die Druckluftzufuhr und die Farbmenge reguliert. Die flüssige Farbe vermischt sich daraufhin mit der Druckluft und kann als feiner Farbnebel auf den Malgrund gesprüht werden.

Um einen gleichmäßigen Luftstrom sicherzustellen, ist die Spritzpistole an einen Kompressor angeschlossen. Dabei sind sowohl die Kompressoren als auch die Spritzpistolen samt Düsen in verschiedenen Ausführungen erhältlich, je nachdem, für welchen Einsatzbereich sie bestimmt sind.

Ein weiterer, nicht unwichtiger Bestandteil der Ausstattung beim Airbrush ist aber auch eine Atemschutzmaske. Sie verhindert, dass der Künstler den feinen Farbnebel einatmet und dadurch unter anderem Lungenschäden riskiert. Zudem sollte der Künstler immer Handschuhe tragen und auf eine gute Belüftung des Arbeitsraumes achten.

 

Welche Farben und Malgründe

eignen sich für Airbrush?

Grundsätzlich eignen sich praktisch alle Farben in flüssiger Form für Airbrush, Aquarell-, Wasser- und Gouachefarben somit genauso wie Tusche, Ölfarben, Lacke oder Textilfarben. Künstler greifen zudem sehr gerne auf Acrylfarben zurück, denn Acrylfarben sorgen nicht nur für leuchtstarke und brillante Farbflächen, sondern sie trocknen auch wasserfest auf und bilden so sehr haltbare Farbschichten.

Im Handel sind außerdem spezielle Airbrushfarben erhältlich. Diese Farben basieren meist auf Acryl-Wasser-Gemischen, sind direkt einsatzbereit und verhindern ein schnelles Verstopfen der Düse. Angeboten werden die Airbrushfarben für verschiedene Verwendungszwecke, beispielsweise für das Bodypainting, für die Stoffmalerei oder für das Nageldesign.

Ähnlich vielfältig wie die möglichen Farben sind auch die Malgründe, die sich für Airbrush eignen. Dabei gilt als Grundregel, dass die Auswahl des Untergrunds von der Farbsorte und nicht von der Maltechnik abhängt. Wird also beispielsweise mit Acrylfarben gearbeitet, können fast alle Untergründe als Bildträger verwendet werden, denn für die Acrylfarben spielt es keine Rolle, ob sie mit dem Pinsel, einem Malmesser, den Fingern oder eben einer Spritzpistole aufgebracht werden.

Der Malgrund muss bei Airbrush auch nicht unbedingt glatt und eben sein, eindrucksvolle Belege dafür bieten beispielsweise das Bodypainting oder der Modellbau. Lediglich wenn auf Papier gearbeitet wird, ist es ratsam, auf die speziell für das Airbrush entwickelten Papiersorten zurückzugreifen.

 

Welche Airbrush-Techniken gibt es?

Beim Airbrush gibt es verschiedene Techniken. So kann beispielsweise sowohl mit deckenden als auch mit transparenten Farben gearbeitet werden. Deckende Farben sollten ungefähr die Konsistenz einer Körperlotion haben. Werden Farben wie Öl- oder Acrylfarben verwendet, werden sie entsprechend mit einem Malmittel oder mit Wasser verdünnt.

Wichtig dabei ist aber, dass die Farben sehr gut aufgerührt und absolut frei von Klümpchen sind. Transparente Farben wiederum können in dünnen, zarten Farbschichten übereinandergelegt werden, um durch die optische Mischung die gewünschte Gesamtwirkung zu erzielen. 

Anders als beim Malen mit dem Pinsel oder dem Zeichnen mit einem Stift lässt sich der feine Farbnebel bei Airbrush nicht hundertprozentig kontrollieren. Aus diesem Grund wird bei Airbrush in aller Regel mit Maskierungen oder Schablonen gearbeitet.

Die im Handel erhältlichen Maskierfilme sind im Prinzip mit einer Folie vergleichbar. Auf diese Folie werden die Bildteile, die gestaltet oder geschützt werden sollen, aufgezeichnet und anschließend ausgeschnitten. Danach wird der vorbereitete Maskierfilm auf das Bild aufgelegt. Als Alternative zu den folienartigen, festen Maskierfilmen sind auch flüssige Maskierfilme erhältlich.

Ähnlich wie die Maskierflüssigkeit in der Aquarellmalerei oder Gutta in der Seidenmalerei wird ein flüssiger Maskierfilm meist mit dem Pinsel auf die entsprechenden Bildstellen aufgetragen. Maskierfilme sind aber nicht in jedem Fall unbedingt notwendig.

Möchte der Künstler beispielsweise eine scharfe Kante, eine Rundung oder ein bestimmtes Muster gestalten, kann er sich auch mit anderen Hilfsmitteln wie fester Pappe, einer Glasscheibe, einer Kunststoffschüssel, einem Stück dickem Stoff, einem Sieb, einer Bürste und vielen anderen Haushaltsgegenständen behelfen.

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