Basistipps für den Einstieg in die Acrylmalerei

Basistipps für den Einstieg in die Acrylmalerei

Basistipps für den Einstieg in die Acrylmalerei

 

Überall ist zu lesen, dass jeder lernen könne, zu malen. Ein gewisses Talent und ein Gespür für Farben und Formen könnten zwar nicht schaden, aber zunächst einmal sei das Malen nichts anderes als ein Handwerk. Genauso wie beispielsweise das Schreiben, das Musizieren oder das Häkeln und Stricken müssten erst die grundlegenden Vorgehensweisen, Arbeitsschritte und Techniken gelernt werden.

Dazu kämen dann im Laufe der Zeit Übung und Erfahrung. Erst wenn es um die Kreativität, die Umsetzung von Ideen, den persönlichen Stil und die feinen Details gehe, käme der durchschnittlich begabte Hobby-Künstler vermutlich irgendwann an seine Grenzen. Gleichzeitig werden Acrylfarben als ideale Farben für Anfänger bezeichnet, denn sie sind vielseitig einsetzbar und unkompliziert in der Handhabung.

Tatsächlich ist an diesen Theorien viel Wahres dran. Es stimmt, dass jeder das Malen, zumindest bis zu einem gewissen Grad, lernen kann. Richtig ist auch, dass sich Acrylfarben prima für den Einstieg in das Hobby Malerei eignen. Oft sind aber gar nicht das Malen lernen als solches oder die Wahl der Farbsorte das eigentliche Problem. Stattdessen wissen viele einfach nicht, wie sie anfangen sollen.

 

Der folgende Beitrag versucht deshalb, ein paar Basistipps für den Einstieg in die Acrylmalerei zu geben:  

 

Zwei typische Denkfehler

Viele machen sich den Einstieg in das Hobby Malerei unnötig schwer. Ein typischer Denkfehler besteht darin, dass sie glauben, dass das Malen in erster Linie eine Angelegenheit der Hände wäre. Sie befürchten, dass sie niemals richtig schöne, beeindruckende und in sich stimmige Bilder hinkriegen werden, weil ihre Hand den Bleistift oder den Pinsel einfach nicht geschickt genug über den Malgrund führt.

Hier liegt deshalb ein Denkfehler vor, weil das Malen weniger eine Angelegenheit der Hände, sondern vielmehr eine Kopfsache ist. Kinder sind in diesem Zusammenhang ein gutes Vorbild. Kinder denken nicht großartig darüber nach, ob sie malen können, welche Maltechnik wohl am besten geeignet ist oder was am Ende rauskommt. Stattdessen malen sie einfach drauflos. Diese Leichtigkeit geht mit zunehmendem Alter aber offensichtlich verloren.

Dabei lässt sich ganz einfach nachvollziehen, dass das Malen nicht nur von den Fähigkeiten der Hände abhängt. Schließlich sind fast alle Erwachsenen in der Lage, einen Stift in die Hand zu nehmen und Zahlen, Buchstaben, ganze Wörter und lange Sätze aufzuschreiben. Beim Malen macht die Hand nichts anderes, nur dass sie eben keine Zahlen und Buchstaben, sondern Linien und Punkte auf den Malgrund bringt. Wer das Malen lernen möchte, muss also vor allem seinen Kopf in den Griff bekommen.

Die zweite große Hürde ist die eigene Erwartungshaltung. Viele Anfänger suchen sich viel zu komplexe Motive aus oder hegen die Hoffnung, dass ihre ersten Arbeiten gleich kleine Meisterwerke sein werden. Dabei übersehen sie aber, dass sie erst einmal ein Gefühl für die Malmaterialien entwickeln müssen. Einige Anfänger machen auch den Fehler, dass sie sich zu Beginn viel zu sehr mit der Theorie beschäftigen.

Sich Wissen über verschiedene Maltechniken anzueignen, ist prinzipiell zwar nicht schlecht. Für einen gelungenen Einstieg ist es aber sinnvoller, möglichst frei zu malen und mit den Farben und den Pinseln herumzuexperimentieren.

 

Die Ausstattung für den Einstieg in die Acrylmalerei

Wer mit der Malerei beginnen möchte und sich im Künstlerbedarf umsieht, wird eine riesige Palette an verschiedensten Malmitteln und Zubehör finden. Für den Anfang braucht es aber gar keine große, umfangreiche Ausstattung. Viel Geld auszugeben, kann den Einstieg in die Malerei letztlich sogar erschweren.

Hat der angehende Hobby-Künstler nämlich ständig im Hinterkopf, wie die teuer Farben, Pinsel & Co. waren, wird es ihm schwerer fallen, spielerisch mit den Materialien umzugehen und herumzuprobieren. Schließlich wird er das teure Material ungern für irgendwelche Experimente und Schmierereien verschwenden wollen. Gerade das Kennenlernen der Materialien und das Spielen mit ihnen sind am Anfang aber sehr wichtig. Auch auf Hilfsmittel und Werkzeuge für bestimmte Maltechniken sollte der Hobby-Künstler zu Beginn besser verzichten.

Statt sich mit maltechnischen Besonderheiten und Finessen zu beschäftigen, sollte er sich zunächst nämlich dem Malen als solches widmen. Für einen gelungenen Einstieg in die Acrylmalerei reicht es aus, wenn er sich folgende Utensilien besorgt:

·         Acrylfarben in Gelb, Blau, Rot, Weiß und Schwarz; alle andere Farbtöne kann sich der Hobby-Künstler aus diesen Farben selbst anmischen

·         5 Pinsel, und zwar Flachpinsel aus Kunsthaar in den Größen 4, 8 und 20, einen handelsüblichen Malerpinsel für große Flächen und einen kleinen Rundpinsel

·         Malkarton   

Mehr braucht es eigentlich nicht. Malkarton als Malgrund ist deshalb ratsam, weil er einfach zu handhaben und unkompliziert zu lagern ist. Später kann der Hobby-Künstler dann immer noch auf Leinwand umsteigen. Weitere Materialien wie Acrylbinder, Strukturpasten, Malmesser oder Spachteln kann er sich nach und nach zulegen, wenn er bei der Acrylmalerei bleiben möchte.

 

Die ersten Malversuche

Bevor sich der Hobby-Künstler ans Werk macht, sollte er seinen Arbeitsplatz einrichten. Dazu legt er seinen Malgrund vor sich hin, stellt ihn auf einen Ständer oder befestigt ihn an der Wand, je nachdem, wie es für den Hobby-Künstler am bequemsten ist. Außerdem legt er sich seine Pinsel zurecht und besorgt sich einen ausgemusterten Teller und drei Gläser mit Wasser.

Auf den Teller gibt er kleine Mengen der Acrylfarben, hier kann er Farbtöne auch mischen. Drei Gläser deshalb, damit er seine Pinsel in einem Glas grob auswaschen und im zweiten Glas feinere Farbreste entfernen kann. Das Wasser im dritten Glas sollte immer sauber sein und nur dazu verwendet werden, um den Malgrund oder den Pinsel anzufeuchten.

Ein häufiger Anfängerfehler ist, dass Farben mit Pinseln aufgenommen werden, die nicht richtig ausgewaschen sind. Das Ergebnis ist, dass die Leuchtkraft der Farben leidet, weil sich die Farben ständig mit anderen Farbspuren und alten Farbresten mischen.

Liegt alles bereit, sollte der Hobby-Künstler einfach drauflosmalen. Er sollte sich nicht unbedingt auf ein bestimmtes Motiv festlegen, sondern seiner Hand freien Lauf lassen und schauen, wie sich das Bild entwickelt. Sehr gut ist es, wenn der Hobby-Künstler sich von Anfang an angewöhnt, mehrere Pinsel in der Hand zu halten und abwechselnd mit ihnen zu malen. Dabei ist jeder Pinsel für eine bestimmte Farbe gedacht. Gleichzeitig wird der Pinsel, der beispielsweise für Rot verwendet wird, nicht benutzt, um blaue Farbe aufzutragen.

Viel länger als eine halbe Stunde sollte der Hobby-Künstler nicht an seinen ersten Bildern malen. Zum einen verhindert er dadurch, dass er irgendwann ins Stocken gerät und nicht mehr weiterkommt. Zum anderen fällt es vielen schwer, den richtigen Zeitpunkt fürs Aufhören zu finden. Sie malen immer weiter, bis das Acrylbild irgendwann aber einfach zu überladen ist.

Hat der Hobby-Künstler seine Arbeiten abgeschlossen, sollte er sich seine Bilder noch einmal genau anschauen. Dabei sollte er sich fragen, welches Bild ihm am besten gefällt, welche Bildstellen und Farbkompositionen er besonders gelungen findet und welche Bildausschnitte ihm nicht gefallen. Gleichzeitig sollte er sich überlegen, warum das wohl so ist. Diese Analyse ist ein wichtiger Schritt, um sich der Malerei zu nähern.

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