Anleitung für eine Street-Art Collage

Anleitung für eine Street-Art Collage

Anleitung für eine Street-Art Collage 

Acrylfarben machen fast alle Maltechniken mit und stellen keine besonderen Ansprüche an den Malgrund. Außerdem können sie mit verschiedenen anderen Farbsorten und Materialien kombiniert werden. Deshalb eignen sich Acrylfarben auch bestens für Collagen.

Und eine Idee für eine pfiffige Collage, die fast ein wenig an Street-Art erinnert,
stellt die folgende Anleitung vor:

 

Was ist eine Collage?

Das Wort Collage geht auf das französische Verb coller für kleben zurück und bezeichnet ein Bild, das sich aus verschiedenen Materialien zusammensetzt. Im Deutschen wird deshalb auch von einem Materialbild gesprochen. Eine Collage zeigt also nicht nur ein gemaltes Bild.

Stattdessen sind weitere Materialien und Gegenstände integriert, die sich zum Gesamtbild vereinen. Was die Materialauswahl angeht, sind der Kreativität praktisch keine Grenzen gesetzt. Von Sand und Steinen über Äste, Stofffetzen, Papierschnipsel, Obstnetze und Reiskörner bis hin zu Kunststofffigürchen, Schnüren, Scherben oder Kronkorken ist alles erlaubt, was gefällt und zur Hand ist. Dabei können die Gegenstände auf den fertig gestalteten Hintergrund aufgeklebt oder erst aufgebracht und danach übermalt werden.

Bei einer Collage sollten aber zwei Punkte beachtet werden. Der erste Punkt betrifft die Auswahl des Malgrunds. Am besten eignet sich eine Holzplatte, denn sie ist stabil genug, um die aufgeklebten Materialien zu tragen. Leinwand oder Malkarton sind vor allem bei größeren und schwereren Bildelementen keine gute Wahl. Der zweite Punkt bezieht sich auf die Farbzusammenstellung.

Zu viele verschiedene Farbtöne sollte der Hobby-Künstler besser nicht verwenden. Zum einen könnte seine Collage dadurch nämlich schnell zu unruhig wirken und zum anderen würden die einzelnen Bildelemente nicht mehr richtig zur Geltung kommen.

Nun ist eine richtige Collage mit großen, markanten Elementen aber nicht jedermanns Geschmack. Die folgende Anleitung stellt deshalb eine Idee für eine Collage in etwas dezenterer Form vor. Auch hier wird zwar mit verschiedenen Materialien gearbeitet. Alles in allem bleibt der Charakter als Acrylbild aber erhalten.

 

Die Materialien für eine Collage

  • ·         1 große Holzplatte
  • ·         alte Zeitungen
  • ·         Acrylfarben in unterschiedlichen Farbtönen
  • ·         Acrylbinder
  • ·         Pinsel und Spachteln
  • ·         Malkarton oder dickeres, festes Papier in Weiß
  • ·         Bleistift und Schere

 

Eine Anleitung für eine Collage

1. Schritt: die Holzplatte bekleben

Als erstes wird der Hintergrund für die Collage angelegt. Dafür wird die Holzplatte mit weißer Acrylfarbe grundiert. Die weiße Grundierung sorgt dafür, dass die Holzplatte später nicht durchscheint und die Optik beeinflusst. Sollte die Grundierung nicht decken, kann eine zweite Schicht aus weißer Acrylfarbe aufgetragen werden.

Ist die Grundierung trocken, wird die Holzplatte mit alten Zeitungen beklebt. Dafür werden ein paar Blätter Zeitung zurechtgelegt. Die Zeitungen können so wie sie sind verwendet werden. Interessanter sieht es aber aus, wenn die Bögen in größere Stücke gerissen werden und dadurch leicht ausgefranste Kanten haben.

Tolle Falten- und Knittereffekte entstehen außerdem dann, wenn die Zeitungen einmal zusammengeknüllt und dann wieder auseinandergezogen werden. Um die Zeitungen auf die Holzplatte aufzukleben, wird eine ganz dünne Schicht Acrylbinder aufgebracht und die Zeitungen anschließend aufgelegt.

Acrylbinder ist im Prinzip eine Acrylfarbe ohne Farbpigmente und wird in der Acrylmalerei sehr gerne als Klebstoff genutzt. Wer keinen Acrylbinder zur Hand hat, kann die Zeitungen auch mithilfe von weißer Acrylfarbe aufkleben. In diesem Fall ist aber wichtig, die Farbschicht nur sehr dünn anzulegen und die Zeitungen sehr behutsam aufzulegen.

Andernfalls könnte sich die Farbe durch das Zeitungspapier drücken und von der Zeitung selbst wäre nicht mehr viel zu sehen. Nach und nach wird so die ganze Holzplatte beklebt, wobei die Zeitungen ruhig auch in mehreren Lagen und überlappend aufeinanderliegen können.

 

2. Schritt: die Bildfläche gestalten

Ist der Hintergrund aus Zeitungspapier durchgetrocknet, kommt Farbe ins Spiel. Hier kann, darf und sollte sich der Hobby-Künstler gerne so richtig austoben. So kann er einzelne Flächen als dicke Farbschichten auf den Malgrund spachteln. An anderen Stellen kann er Farbe mit dem Pinsel aufnehmen und wild über den Malgrund ziehen.

Daneben kann der Hobby-Künstler eine Acrylfarbe stark mit Wasser verdünnen und auf den Malgrund tropfen lassen oder spritzen. Er kann seine Finger in die Acrylfarbe tauchen und damit malen oder Abdrücke hinterlassen. Auch ein Schwamm, ein zusammengeknülltes Stoffstück, ein Stempel, ein Löffel oder ein Kamm machen sich prima als Malwerkzeuge. Je wilder und mutiger der Hobby-Künstler ist, desto lebendiger und interessanter wird sein Bild.

Allerdings sollte er es bei höchstens vier, fünf Farbtönen belassen. Andernfalls besteht die Gefahr, dass das Bild zu unruhig wirkt und dass sich die verschiedenen Farben zu einem graubraunen Farbklecks vermischen. Zudem sollte der Hobby-Künstler darauf achten, dass er die Zeitung im Hintergrund nicht komplett überdeckt. Stellenweise sollte sie noch sichtbar bleiben, denn dadurch erinnert das Bild an eine beklebte und mehrfach übermalte Hauswand. 

 

3. Schritt: das Hauptmotiv als Highlight anbringen

Im Prinzip könnte das Bild so belassen werden, wie es ist. Um für einen spannenden Kontrast zu sorgen und einen Akzent zu setzen, kommt jetzt aber noch ein Blickfang dazu. Dieser Akzent ist das Highlight auf dem Bild und stellt gleichzeitig das eigentliche, bildliche Motiv dar.

Für welches Motiv sich der Hobby-Künstler entscheidet, bleibt seinem Geschmack überlassen. Insgesamt sollte das Motiv aber eher schlicht sein. Eine große Blüte, ein Tier oder einzelne Blockbuchstaben beispielsweise eignen sich perfekt. Das Motiv wird mit Bleistift auf weißen Malkarton oder ein festes Papier aufgezeichnet. Anschließend werden die Konturen und die Hauptlinien dick mit schwarzer Acrylfarbe nachgemalt. Wichtig hierbei ist aber, nicht zu detailreich zu malen, sondern es wirklich nur bei den markantesten Linien zu belassen.

Ist das Motiv fertig und trocken, wird es mit der Schere ausgeschnitten und auf dem Bild festgeklebt. Besonders pfiffig sieht es dabei aus, wenn das Motiv an der Unterkante des Bildes oder seitlich am Rand positioniert wird. Dadurch wirkt es nämlich, als würde das Motiv noch gerade so ins Bild huschen wollen. Ist das Motiv angebracht, ist die Collage auch schon fertig!

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